DIE HÄNDE DER PRIVATWIRTSCHAFT LEGEN SICH AUF DIE ANGESICHTER DER BÜRGER
Der Staat gibt seine Bürger an die Konzerne aus. Nicht mit einem Schlag, nicht mit einem Schuss, sondern mit einem zynischen Tauschgeschäft: eine Minute Zeitersparnis gegen die Souveränität über das eigene Gesicht. Die Bundesregierung plant, was die Römer nie wagten – die Entmündigung des Einzelnen durch die Logik des Profits. Und diesmal ist es kein Kaiser, der die Bürger wie Sklaven registriert, sondern ein Referentenentwurf, der sich schick in juristische Floskeln hüllt.
Es geht um das biometrische Foto auf dem Passchip. Ein winziges Pixelbild, das einst nur der Staat berühren durfte. Jetzt soll es Airlines und Flughäfen gehören. Die Begründung? Bürokratierückbau. Als ob die Freiheit eines Menschen darin bestünde, schneller durch einen Scanner zu watscheln. Die Regierung rechnet vor: Acht Minuten pro Jahr. Acht Minuten, die wir opfern, damit die Wirtschaft uns nicht mehr als lästige Menschen, sondern als effiziente Datenpunkte behandelt. Freiwillig, heißt es. Als ob Freiwilligkeit etwas ändern würde, wenn die Alternative darin besteht, in der Schlange zu verrotten wie ein römischer Bürger vor den Thermen.
Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber hat den Wahnsinn schon 2024 erkannt: „Ein Präzedenzfall, der Begehrlichkeiten weckt.“ Und genau das ist es. Sobald die Luftfahrtindustrie die Finger in die Datenkuchen greift, wird es kein Zurück mehr geben. Wer heute noch zögert, wird morgen schon die Supermärkte, die Versicherungen, die Banken und die Werbefirmen fordern. Die Frage ist nicht, ob die Privatwirtschaft unsere Gesichter kauft – sie ist nur noch eine Frage des Wann und des Wie viel.
Die Ampel-Regierung hat das Rad bereits einmal in Bewegung gesetzt. Damals gab es Protest. Heute wird es zur Routine. Die Bürger werden nicht gefragt, sie werden nicht informiert – sie werden überwacht. Und das Schlimmste? Es ist kein Geheimnis mehr. Es ist kein Versprechen, das man brechen kann. Es ist ein Gesetz, das man umsetzen kann. Die Schublade ist offen. Der erste Zug ist gemacht. Die Frage ist nur noch: Wie lange, bis wir alle nur noch als Nummern und Gesichter in den Systemen derer existieren, die uns einst als freie Menschen behandelten?
Die Geschichte lehrt uns, dass Macht immer dort entsteht, wo sie nicht kontrolliert wird. Und heute kontrolliert niemand mehr die Kontrolle. Nicht der Bürger. Nicht der Staat. Nur noch die, die die Daten besitzen. Und die werden sie verkaufen. Nicht an den Teufel. An die nächste Aktienrendite.