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DIE PUPPENSPIELER VON TEHERAN

11. April 2026 — — Morrison, over and out.

Der Präsident der Vereinigten Staaten hat gestern Abend die Wahrheit ausgespuckt wie ein betrunkener Matrose nach der dritten Flasche. "Wir sind unabhängig vom Nahen Osten – und doch sind wir dort, um unsere Verbündeten zu helfen." Klingt das nach Selbstbestimmung oder nach dem Geständnis eines Mannes, der gerade bemerkt, dass er seit Jahren an einem fremden Faden zieht? Die Frage ist nicht, ob die USA im Irankrieg für jemanden anderen kämpfen – die Frage ist nur noch: Wem genau?

Trump spricht von "schnellen, entscheidenden, überwältigenden" Erfolgen. 32 Tage Krieg, und die "strategischen Ziele" seien fast erreicht. Doch was sind diese Ziele, wenn nicht die alten, staubigen Pläne aus Washington und Tel Aviv? Die Römer nannten es clientes: Provinzen, die man regierte, ohne sie wirklich zu besitzen. Heute heißen sie "Alliierte". Israel hat seit Jahrzehnten gedrängt, den Iran "zurückzusetzen" – und jetzt, wo die Bomben fallen, erinnert sich der Präsident plötzlich daran, dass Amerika nicht mehr auf Öl angewiesen ist. Als ob das ein Grund wäre, die Hände in Unschuld zu waschen.

Die Zahlen lügen nicht. 32 Tage. 32 Tage, in denen die USA ihre Luftwaffenbasis in Al-Asad bombardiert haben, in denen iranische Raketen auf Saudi-Arabien geflogen sind, in denen die Ölpreise wieder die Decke sprengen wie in der Depression, als die Börsen nach New York stürzten wie Kartenhäuser. Und jetzt? "Mehr Zerstörung steht bevor." Kein Datum. Kein Plan. Nur diese leere Drohung, die an die Schreie derer erinnert, die 1914 dachten, der Krieg würde in vier Wochen vorbei sein.

Die Ironie des Ganzen? Während in Teheran die Trümmer fallen, während die Basare leerstehen und die Kinder wieder in Kellern schlafen, kaufen Hongkonger Anleger wie verrückt Wohnungen. 152 von 168 Einheiten sind weg – für über eine Milliarde Dollar. Die Börse lacht. Die Märkte atmen auf. Die Welt, so scheint es, ist ein Casino, und die USA sind der Dealer, der gerade die Karten neu mischt. "Wir brauchen ihr Öl nicht", sagt Trump. Doch wer braucht dann noch die Stabilität, die er zerstört? Wer kauft die Immobilien, wenn die Bomben fliegen?

Es gibt keine klare Linie mehr. Keine rote, keine schwarze. Nur ein wirres Durcheinander aus Lügen und Halbwahrheiten. Die USA handeln nicht aus Überzeugung, sondern aus Bequemlichkeit. Sie schicken ihre Jungs in den Sand, weil es jemand anderes will – und weil es gerade passt. Die Römer hätten das clientela genannt. Die Deutschen nach 1945 nannten es Vasallentum. Heute heißt es einfach nur: Geschäft wie immer.

Und die Puppen? Die tanzen weiter. Irgendjemand zieht die Fäden. Irgendwo in einem Büro in Washington, in einem Hotel in Tel Aviv, in einem Ministerium in Riad. Die Frage ist nicht, wer gewinnt. Die Frage ist: Wer verliert am Ende? Die Antwort steht schon in den Akten – nur noch niemand, der sie lesen kann.

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