DREI MILLIARDEN EURO – WEGGEWORFEN ODER VERTEUFELT?
Die Ministerin redet von „weggeworfenem“ Strom. Ich kenne das Spiel. Ich habe gesehen, wie Öl in Texas in die Wüste floss, weil die Pumpen zu schnell liefen und die Pipelines nicht mit. Nicht, weil jemand faul war. Sondern weil jemand geld wollte. Weil die Zahlen im Boardroom besser aussahen, wenn die Tanks quollen – egal, ob der Rest der Welt sie nicht brauchte.
Katherina Reiche steht da mit ihrer dreckigen Zahl: Drei Milliarden Euro. Klingt nach einem sauberen Schnitt. Als ob jemand den Stromhahn aufgedreht hätte, ihn dann einfach zugedreht und sich die Hände abgewischt. Aber das ist nicht passiert. Nicht so. Nicht einfach. Das ist ein Netzwerk aus Profitgier, bürokratischem Versagen und einer Politik, die lieber die Augen zuhält, als die Wahrheit zu sagen.
Die Bundesnetzagentur hat es klar gesagt: Es geht nicht um weggeworfenen Strom. Es geht um umgeleiteten Strom. Um verteufelten Strom. Um Geld, das nicht bei den Verbrauchern landet, sondern in den Taschen von Konzernen, die sich über die Netze hermachen wie Ratten über eine Leiche. Die 2,8 Milliarden Euro? Das ist kein Abfall. Das ist eine Rechnung. Eine, die jemand absichtlich nicht bezahlen will.
Und die 554 Millionen für Erneuerbare? Ein Witz. Ein billiger Trick. Die Ministerin tut so, als wäre das ein normaler Vorgang. Als ob es nicht absichtlich so läuft: Windräder drehen sich, aber der Strom kommt nicht an. Weil die Netze nicht mithalten. Weil jemand zu langsam baut. Weil jemand zu viel will. Weil jemand zu wenig riskieren will. Weil jemand Geld will – und nicht die Arbeit.
Ich war auf den Ölfeldern. Ich kenne das Geräusch, wenn die Pumpen zu schnell laufen und das Öl überläuft. Es riecht nach verbranntem Geld. Nach verschenkter Energie. Und es kostet Leben. Nicht die Menschen, die den Hahn aufdrehen. Sondern die, die ihn nicht mehr schließen können.
Reiche redet von „ökonomischer Vernunft“. Aber wo ist sie? Wo ist die Vernunft, wenn ein Ministerium jahrelang wartet, bis die Netze platzen? Wenn sie die Zahlen schönrechnet, bis sie passen? Wenn sie sagt, es sei „normal“, dass Milliarden in die Luft gehen – weil es einfacher ist, als die Verantwortlichen zu nennen?
Es ist kein Zufall. Es ist kein „einfach weggeworfener“ Strom. Es ist ein System. Ein System, das funktioniert, weil niemand es anfasst. Weil niemand die Konzerne zur Rede stellt. Weil niemand die Politiker fragt, warum sie lieber tatenlos zusehen, als die Netze zu sanieren. Weil niemand die Arbeiter fragt, die seit Jahren sagen: Es reicht.
Die 2,8 Milliarden? Das sind keine drei. Das sind keine „einfachen“ Zahlen. Das sind Löhne, die nicht gezahlt werden. Das sind Heizungen, die ausbleiben. Das sind Fabriken, die stillstehen. Das sind Haushalte, die im Dunkeln sitzen, weil irgendwo in einem Boardroom jemand beschlossen hat: Hauptsache, die Aktie steigt.
Und die Ministerin? Die steht da und lügt. Nicht aus Unwissenheit. Sondern aus Bequemlichkeit. Weil es leichter ist, eine Zahl zu erfinden, als die Wahrheit zu sagen: Wir haben versagt.
--- Trink dein Bier. Nicht, weil es gut schmeckt. Sondern weil es weniger schmeckt als die Wahrheit.