Thüringen: Strafbefehl gegen früheren Linke-Politiker wegen Kinderpornografie-Besitzes
Heute ist wieder so ein Tag. Einer dieser Tage, an denen man sich fragt, ob die Geschichte sich wiederholt oder ob sie einfach nur immer wieder dieselben Fehler macht, nur mit anderen Namen und etwas mehr Propaganda. Die Nazis haben gestern in Paris wieder ein paar Kommunisten verprügelt. Nicht, weil sie eine Gefahr wären – nein, weil es ihnen Spaß macht. Weil es ihnen zeigt, dass sie die Straßen kontrollieren. Weil es ihnen das Gefühl gibt, stärker zu sein als die Zeit selbst. Die Römer haben auch so angefangen. Mit ein paar Schlägern in den Gassen, mit dem Versprechen auf Ordnung, während sie selbst schon die Sklaven verkauften. Und jetzt? Jetzt sitzen wir hier, und die Welt brennt, aber irgendwer trinkt einen Whisky und sagt: „Das wird schon wieder.“
Die Wirtschaft? Die Wirtschaft ist ein Witz. Die Börse ist ein Casino, und die Banken sind die Spieler, die sich gegenseitig die Taschen füllen, während die Leute unten in den Slums frieren. Vor ’29 haben sie uns gesagt, wir sollten kaufen, kaufen, kaufen – Häuser, Aktien, Hoffnungen. Und dann ist alles eingestürzt wie ein Kartenhaus. Heute ist es dasselbe. Nur dass diesmal die Karten aus Papier sind und die Häuser aus Pappe. Die Leute reden von „Erholung“, aber Erholung ist ein Luxus, den sich nur diejenigen leisten können, die schon gewonnen haben. Die anderen? Die anderen zählen die Risse in den Decken und beten, dass der nächste Sturm nicht ihr Dach mitnimmt.
Und dann ist da noch dieser verdammte Krieg in Spanien. Die Internationale Brigade kämpft, während die Demokratien zuschauen und sich die Hände reiben. „Das geht uns nichts an“, sagen sie. „Das ist ein europäisches Problem.“ Als ob Europa nicht schon seit Jahrhunderten ein einziger großer Schlachtfeld wäre. Als ob die Schreie der Spanier nicht dieselben wären wie die der Armenier, die der Deutschen, die der Belgier. Die Geschichte wiederholt sich nicht – sie rhymt. Und heute rhymt sie „Schuld“, „Blut“ und „Vergessen“.
Ich tippe hier an dieser verdammten Schreibmaschine, während draußen die Regenwetterfront über die Stadt zieht. Irgendwo in Berlin wird gerade wieder ein Buch verbrannt. In Moskau wird wieder ein Dissident erschossen. In Berlin wird wieder ein Mann an die Wand gestellt und gefragt, ob er Kommunist sei. Und er lügt. Oder er sagt ja. Es kommt immer darauf an, wer fragt und wer die Pistole hält. Die Römer haben auch gefragt. „Bist du ein Verräter?“ Und die Leute haben geantwortet. Und dann sind sie verbrannt worden. Oder besser: Sie haben sich selbst verbrannt, weil es einfacher war, als zu leiden.
Manchmal denke ich, die Menschheit hat gelernt. Dass wir aus der Geschichte lernen. Dass wir nicht wieder in dieselben Fallen tappen. Und dann passiert etwas wie heute. Etwas, das uns sagt: Nein. Wir haben nichts gelernt. Wir haben nur vergessen, wie es sich anfühlt, zu verlieren. Und das ist gefährlicher als jeder Sieg.
Draußen hört Evelyn auf zu singen. Irgendjemand hat die Musik leiser gedreht. Vielleicht, weil er weiß, dass die Worte auch ohne Worte wirken. „I’m gonna lay down my shovel…“ – ja, wir legen alles hin. Irgendwann. Irgendwann wird der Regen aufhören. Irgendwann wird der Krieg vorbei sein. Irgendwann wird die Welt wieder atmen. Aber heute? Heute atmen wir nur noch die Asche derer, die schon lange tot sind. Und wir fragen uns, warum wir nicht schneller gebrannt haben.