USA streichen Sanktionen – doch Venezuelas Spiel geht weiter
Die USA haben Delcy Rodríguez, Venezuelas Interimspräsidentin, von der Sanktionsliste gestrichen. Kein Grund wird genannt – nur die kalte Logik der Macht: Ein Zug im Schachspiel der Rohstoffe. Seit Januar regiert Rodríguez, nachdem das US-Militär Nicolás Maduro in einer nächtlichen Operation festnahm. Doch während Washington nun Ölverträge unterschreibt und Goldhandelsregeln lockert, bleibt die Frage: Wem dient diese „Übergangsregierung“ wirklich?
Die Lockerungen folgen einem Muster, das sich seit 2017 wiederholt hat, als die Trump-Administration Sanktionen als „Waffe der Demokratie“ verkündete – doch heute geht es um etwas anderes. Die USA brauchen venezolanisches Öl, und Rodríguez, einst Maduros Handlangerin, ist nun diejenige, die die Pipelines für US-Firmen öffnet. Der Spiegel spricht von einer „Strategie zur Neuordnung der Ölströme“ – ein euphemistischer Begriff für das, was immer passiert, wenn Geopolitik auf Profit trifft.
Doch die Fassade bröckelt. Die Opposition, darunter die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado, bezeichnet Rodríguez’ Regierung als „illegitim“. Und während Maduro in New York in beigefarbenem Gefängniskleid vor Gericht steht, wird in Caracas weiter gefoltert – wie der Uno-Menschenrechtskommissar bestätigt. Die USA haben die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen, doch die Sanktionen gegen PdVSA bleiben teilweise bestehen. Ein Widerspruch? Nein. Ein Schachzug.
Rodríguez’ Rolle ist klar: Sie ist die Marionette, die die USA brauchen, um Venezuelas Öl zu kontrollieren – während die Bevölkerung weiter leidet. Die Aufhebung der Sanktionen ist kein Zeichen von Güte, sondern ein Zeichen von Berechnung. Und während alle auf die Bühne starren, wo Rodríguez lächelt und Ölverträge unterschreibt, passiert hinter den Kulissen das, was immer passiert, wenn Macht und Rohstoffe aufeinandertreffen: Die wahren Spieler bleiben im Schatten.