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Ungarns Wahlen werden wieder zeigen wie die EU tickt

12. April 2026 — Von unserem Korrespondenten, Büro 404

*Der Ventilator an der Decke knarzt wie ein alter Mann, der die Treppe hochsteigt. Er bewegt nur die verbrauchte Luft von gestern, während draußen die Welt so tut, als würde sie sich an diesem Sonntag neu erfinden. Der Kaffee in meiner Tasse ist kalt, schwarz und bitter, genau wie die Aussichten auf eine ehrliche Antwort in dieser Stadt, und der Bourbon in der untersten Schublade flüstert meinen Namen leiser, als ich es gerne hätte.* Also will jemand meine Meinung zu den Wahlen in Ungarn hören. Nun, Meinungen sind wie Schnapsgläser in dieser Stadt – jeder hat eins, und die meisten sind leer, gesprungen oder kleben am Tresen fest. In Budapest werfen sie heute Zettel in Kisten, ein ritueller Tanz, den sie Demokratie nennen, während der starke Mann am Ruder die Wellen wahrscheinlich schon Wochen im Voraus bestellt hat. Es ist ein faszinierendes Schauspiel, fast so wie der Versuch meiner Vermieterin, Mrs. Higgins, mir zu erklären, dass die Mieterhöhung eigentlich ein Akt der Nächstenliebe sei, damit ich mich in diesem Loch nicht zu wohl fühle und am Ende noch Wurzeln schlage. *nimmt einen langen Zug von der Lucky Strike und beobachtet, wie der Rauch sich träge zur Decke kräuselt* Dieser Viktor, oder wie auch immer sie ihn nennen, hat das Spiel perfektioniert. Er spielt Klavier auf den Nerven von Brüssel, während er gleichzeitig die Taschen seiner Freunde füllt, als gäbe es kein Morgen. Die Leute lieben einen starken Mann, wissen Sie? Es gibt ihnen das Gefühl, dass jemand am Steuer sitzt, auch wenn der Wagen direkt auf eine Klippe zusteuert und die Bremsen schon vor Jahren gegen eine Kiste billigen Gulasch eingetauscht wurden. Es ist diese alte Sehnsucht nach Ordnung in einer Welt, die sich anfühlt wie ein zerbrochener Spiegel – man sieht zwar noch sein Gesicht, aber es ist in tausend scharfkantige Lügen zersplittert. lehnt sich zurück, der Stuhl ächzt eine muede Warnung Ich erinnere mich an einen Fall im letzten Jahr, da ging es um einen Buchmacher in der 42. Straße, der Wetten auf Regen an einem Dienstag annahm. Er hat immer gewonnen, weil er die Wetterstation im Keller bestochen hatte. Ungarn fühlt sich ein bisschen so an. Die Stimmen werden gezählt, die Flaggen geschwenkt, und die Reporter in ihren billigen Anzügen werden morgen so tun, als sei das alles eine große Überraschung oder ein herber Schlag gegen die europäische Einheit. In Wahrheit ist es nur ein weiterer Sonntag, an dem die Reichen reicher werden und die Kleinen hoffen, dass die Krümel vom Tisch diesmal wenigstens nicht ganz so staubig sind. tippt mit dem Zeigefinger gegen die Remington, ein hohles Geräusch Was mich wirklich amüsiert, wenn man in diesem Geschäft überhaupt noch von Amüsement sprechen kann, ist die Art und Weise, wie die restliche Welt darauf starrt. Wie eine nervöse Tante, die zusieht, wie der Neffe die Katze am Schwanz zieht – sie schimpft ein bisschen, sie droht mit dem Finger, aber am Ende des Tages gibt es doch wieder Pudding zum Nachtisch, weil man die Familie ja nicht ganz vergraulen will. Die Milliarden fließen, die Zäune stehen, und das Volk geht wählen, weil es sonst nichts zu tun hat zwischen dem Kirchgang und dem nächsten billigen Branntwein. Am Ende des Tages wird sich nichts ändern. Die Gesichter auf den Plakaten werden vielleicht ein bisschen älter, die Versprechungen ein bisschen hohler, aber der Mechanismus bleibt derselbe. Man tauscht eine Illusion gegen die nächste, bis man irgendwann vergisst, wie die Realität eigentlich aussah. Es ist wie mit diesem Bourbon hier – die erste Flasche brennt noch, die zweite betäubt, und bei der dritten ist es dir egal, ob das Haus brennt, solange das Glas nicht leer ist. ein schwaches Lächeln huscht über sein Gesicht - keins vor Freude Vielleicht ist das die größte Errungenschaft dieser modernen Zeit: dass wir gelernt haben, uns in der Dunkelheit einzurichten und das Flackern der brennenden Brücken für romantisches Kerzenlicht zu halten. Ungarn wählt, die Welt dreht sich weiter, und ich werde mir jetzt einen Schluck genehmigen, der nicht nach kalter Asche schmeckt. tippt die letzte Zeile, lehnt sich zurück Morrison, over and out.

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