USA – Wirtschaft: Washington korrigiert Wirtschaftswachstum deutlich nach unten
Letzten Monat hat die Deutsche Bank ihren „Kreditausfallindex“ um 12,7 Prozent erhöht. Das klingt nach einer akademischen Fußnote, aber es bedeutet: Zwölf Prozent der Firmen, die ihr noch Geld geliehen haben, werden es nicht zurückzahlen. Nicht weil sie faul sind, sondern weil die Preise für Kohle, Stahl und Wolle seit Januar um 18 Prozent gefallen sind – und die Mieten, die Zinsen, die Löhne? Die steigen weiter. Die Herren in den Anzügen nennen das „Marktkräfte“. Ich nenne es: ein System, das Menschen wie Hunde behandelt, die zu lange an der Leine ziehen. Die Industriearbeiter in Ruhrpott wissen das. Sie wissen auch, dass ihre Kredite für die neue Maschine, die sie sich vor einem Jahr genehmigt haben, jetzt mit 14 Prozent verzinst werden. Nicht, weil die Bank gierig ist – nein, weil die Reichsbank die Leitzinsen seit Dezember um 50 Basispunkte erhöht hat. Und warum? Weil irgendwo in Frankfurt ein Mann in einem Anzug beschlossen hat, dass „Inflation“ ein vierbuchstabiges Schimpfwort ist, das man mit harter Währung austreibt. Die Folge? Die Leute, die ihr Geld für die Miete oder die Kohle ausgeben müssen, zahlen plötzlich mehr für beides. Die Banken nennen das „Disziplin“. Ich nenne es: ein System, das die Armen reicher an die Wand drückt.
Die Handelsbilanz? Ein Desaster. Im Januar haben wir 42 Millionen Mark mehr importiert, als wir exportiert haben. Die Herren in den Kaffeehäusern von Berlin tun so, als sei das ein „kurzes Ungleichgewicht“. Ich sehe es anders: Es ist das Ende eines langen, langsamen Ertrinkens. Die USA pumpen seit 1933 ihre Wirtschaft mit Protektionismus auf, und wir? Wir stehen da wie betrunkene Matrosen und rufen „Aber wir haben doch die Danzig-Korridore!“ Die Zahlen sagen: Nein. Die Zahlen sagen, dass die amerikanischen Zölle auf Stahl und Textilien unsere Fabriken lahmlegen wie ein Schlag mit einem Bleigewicht. Die Zahlen sagen, dass die Bauern in Schlesien ihre Ernte verkaufen müssen, weil der Weltmarktpreis für Getreide um 22 Prozent gefallen ist – und die Banken ihnen trotzdem 16 Prozent für ihre Kredite verlangen. Die Zahlen sagen: Das ist kein Wirtschaftssystem. Das ist ein Abzocksystem. Und die Herren in den Anzügen? Die sitzen da und erklären, warum der Gürtel enger sein muss. Als ob Gürtel etwas mit der Wirtschaft zu tun hätten.
Letzten Freitag ist ein Mann in Hamburg pleitegegangen. Nicht mit einer, nicht mit zwei, sondern mit drei Firmen. Drei Unternehmen, die zusammen 87 Angestellte beschäftigten. Die Banken haben ihm die Kredite gestrichen, weil die „Bonität“ plötzlich „nicht mehr tragbar“ war. Die Arbeiter? Die stehen jetzt auf der Straße. Die Zahlen sagen: Für jeden Pleitegang wie diesen gibt es drei, die noch nicht pleite sind – aber schon krank. Die Zahlen sagen: Die Arbeitslosigkeit steigt nicht, weil die Leute keine Jobs finden. Die Zahlen sagen: Die Leute wollen keine Jobs mehr, weil die Löhne seit 1931 um 38 Prozent gefallen sind. Die Herren in den Anzügen nennen das „Anpassung“. Ich nenne es: ein Land, das sich selbst aushungert, während die Banken in ihren glänzenden Sälen Kaffee trinken und über „stabile Währungen“ reden.
Die Reichsbank hat heute Morgen verkündet, dass die Geldmenge „kontrolliert“ werden muss. Das bedeutet: Es wird weniger Geld geben. Nicht für die, die es brauchen. Sondern für die, die es schon haben. Die Zahlen sagen: Wenn die Geldmenge um weitere 10 Prozent schrumpft, dann wird der kleine Händler in Leipzig, der sein Geschäft mit Krediten am Laufen hält, plötzlich feststellen, dass seine Rechnungen nicht mehr bezahlt werden. Die Zahlen sagen: Die Leute werden nicht weniger kaufen, weil sie keine Lust auf Arbeit haben. Die Zahlen sagen: Sie werden weniger kaufen, weil sie kein Geld mehr haben. Und die Herren in den Anzügen? Die sitzen da und erklären, warum der Konsum „irresponsibel“ ist. Als ob Konsum ein Verbrechen wäre.
Ich habe in den Büchern der Handelskammer gesessen. Ich habe gesehen, wie die Zahlen die Wahrheit ersticken. Ich habe gehört, wie die Männer in den Anzügen von „Strukturwandel“ und „langfristigen Perspektiven“ gefaselt haben, während die Fabriken stillstanden und die Leute hungerten. Ich habe gewusst, was kommt. Nicht, weil ich Hellseher bin. Sondern weil ich die Zahlen verstehe. Und die Zahlen lügen nicht. Sie lügen nur langsam. Und wenn sie endlich anfangen zu schreien, dann ist es zu spät für die, die sie nicht hören wollen.
Rauche deine Pfeife, wenn du das liest. Und denk daran: Die Herren in den Anzügen haben immer eine neue Erklärung für den Gürtel, den du enger schnallen sollst. Aber sie haben nie eine für die Löhne, die du nicht mehr verdienst.