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VERDI STREIKT DIE STADT AUS – DIE DRÄHTE SCHWEIGEN

6. April 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Die Depots sind Festungen, die Straßen leere Kanäle. Seit Montag schon tobt der dritte große Warnstreik der ver.di im deutschen ÖPNV – und diesmal bleibt es nicht bei einzelnen Bundesländern. Bayern, NRW, Hamburg, Bremen, vielleicht auch Hessen und Brandenburg: Überall, wo die Gewerkschaft die Fäden zieht, bleibt der Verkehr stecken. Nicht aus Mangel an Fahrzeugen, sondern aus Protest. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie lange die Maschinen stillstehen.

Die Tarifrunde ist ein Ringen um Manteltarife – also die Grundbedingungen, die entscheiden, ob jemand wie ein Mensch behandelt wird oder wie ein Ersatzteil. Die Arbeitgeber flüstern von „Zeitenwende“, von „wirtschaftlichen Zwängen“, von „Leistungsfähigkeit“. Doch wer genau hinschaut, sieht: Es geht um Profit. Die Verkehrsunternehmen, oft kommunal, aber immer mit Augenmaß für die Börse, wollen die Löhne drosseln. Die Gewerkschaft fordert das Gegenteil: weniger Stress, mehr Personal, vernünftige Arbeitszeiten. Denn ohne Fahrerinnen und Fahrer gibt es keine Fahrpläne – und ohne Fahrpläne keine Pünktlichkeit, keine Attraktivität, keine Kunden. Ein Teufelskreis.

Die Streiks sind kein Zufall. Sie sind ein Signal. Die ver.di-Vize Christine Behle spricht Klartext: „Die Zeiten sind schwierig“ – ja, aber für wen? Die Arbeitgeber können sich Zeit lassen, weil sie wissen: Die Politik wird nicht eintreten. Die Fahrgäste? Die zahlen die Rechnung. Verspätungen, Umleitungen, leere Bahnen. Die Stadt atmet flacher. Und während die Streikenden in den Depots bleiben, fahren die Manager in ihren Dienstwagen weiter – pünktlich, wie immer.

Dass es in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein schon Einigungen gibt, ist kein Zufall. Dort haben die Gewerkschaften Druck gemacht, wo es nötig war. In den anderen Ländern? Da wird verhandelt, während die Uhr tickt. Die Fahrerinnen und Fahrer sind nicht nur diejenigen, die die Züge lenken. Sie sind diejenigen, die die Stadt am Laufen halten. Und wenn sie streiken, bleibt alles stehen.

Die Drähte summen noch. Aber wer hört zu? Nicht die, die nur ihre Bahnen checken. Sondern die, die verstehen: Jeder Warnstreik ist ein Funke. Und Funken entzünden sich.

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