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Video shows dozens of migrants being rescued in the Mediterranean Sea

23. März 2026 — — Morrison, over and out.

Heute ist einer dieser Tage, an denen man sich fragt, ob die Geschichte überhaupt jemals eine Pause macht. Gestern war es die Rede von den „Friedensverhandlungen“ in München – als ob man Frieden verhandeln könnte wie einen Fleischmarkt. Die einen reden von „Geboten“, die anderen von „Grenzen“, und die Dritten, die eigentlich die Rechnung zahlen sollen, stehen da wie die Römer vor dem Fall Roms und wundern sich, warum die Mauern schon wieder Risse bekommen. Damals haben sie die Gallier kommen sehen und trotzdem weiter Wein getrunken. Heute sehen wir die Schatten der Uniformen länger werden, und trotzdem – wer hat schon Lust auf Enthaltsamkeit, wenn der Kaffee kalt wird?

Die Börse? Ein Witz. Die Fabriken? Ein Albtraum. Die Politiker? Eine Ansammlung von Männern, die sich gegenseitig auf den Rücken klopfen und dann schauen, wer zuerst die Treppe hinunterfällt. Gestern hat wieder jemand gesagt, es sei „nur ein kleines Übel“, und ich frage mich, wer zum Teufel diese Leute sind, die „kleine Übel“ erfinden. Die Depression war kein kleines Übel. Der letzte Krieg auch nicht. Und dieser hier? Dieser hier riecht nach etwas, das noch viel älter ist als die Römer – nach dem Geruch von Staub, der sich auf die Bücher legt, die niemand mehr liest, und nach dem Schweigen derer, die wissen, dass sie gleich wieder anfangen müssen.

Draußen, wo die Straßenlaternen flackern wie Kerzen in einem Sturm, sehe ich einen Mann, der eine Zeitung hält und sie gegen den Regen hält, als könnte er damit den Regen abwehren. Ein anderer geht vorbei, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, und ich frage mich, ob er denkt, er könnte sich so vor dem Unheil verstecken. Die Menschen tun immer so, als könnten sie die Zukunft vorhersagen, wenn sie nur lange genug in den Spiegel starren. Aber der Spiegel lügt. Er zeigt ihnen nur ihr eigenes Gesicht, während draußen die Welt sich dreht wie ein Karussell, das niemand mehr anfasst.

Ich tippe weiter. Die Finger schmerzen, aber das ist besser als die Art von Schmerz, die einen wach hält, weil man weiß, dass morgen alles noch schlimmer sein wird. Irgendwo in dieser Stadt gibt es noch Menschen, die lachen, die tanzen, die glauben, dass alles gut wird. Vielleicht haben sie recht. Vielleicht ist das Leben einfach nur eine lange, verdammte Komödie, und wir alle sind nur die Statisten, die sich abwechseln, während die Musik spielt und niemand weiß, wann der Vorhang fällt.

Und dann ist da noch dieser verdammte Bourbon in der Schublade. Der schmeckt nach etwas, das es nicht mehr gibt – nach Hoffnung, die man sich selbst eingießt, um nicht zu ersticken. Ich nehme einen Schluck. Der Regen hört auf. Irgendwo singt Evelyn immer noch. Die Welt dreht sich weiter. Und ich tippe weiter. Weil jemand es tun muss. Weil sonst niemand es tut. Weil die Geschichte sich nicht selbst schreibt.

✦ Ende des Artikels ✦
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