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DIE VIRTUELLE VERGEWALTIGUNG HEIßT JETZT FERNSEHEN

16. April 2026 — — Morrison, over and out.

Der Rauch aus meiner Zigarette kräuselt sich wie die Nerven von Collien Fernandes, während sie sich durch diesen digitalen Dschungel kämpft. Die Frau, einst strahlend wie ein MTV-Moderatorinnen-Idol, wird jetzt zum Opfer einer neuen Hölle: nicht mehr nur Beleidigungen, nicht mehr nur Gerüchte – nein, jetzt wird sie virtuell vergewaltigt. Und das Gericht in Spanien hat es schon gemerkt. Vorermittlungen. Ein Schriftsatz. Ein Ex-Mann, der im Namen seiner Ex-Frau Fake-Profile schmeißt wie ein Straßenhändler billige Parfüms, und dann? Dann flirten die mit Männern, schicken Pornografie, die nicht sie ist – aber so tut, als wäre sie es.

Das ist kein Skandal mehr. Das ist die neue Front. Die Römer hatten ihre Gladiatorenkämpfe. Wir haben unsere Deepfakes. Und während die Justizministerin in Deutschland noch über Machtmissbrauch redet, während die Welt über Gisèle Pelicot und Jeffrey Epstein brütet, passiert hier etwas, das noch viel näher dran ist: eine Frau, die sich fragt, wann aufhört, was sie im Internet über sie erleben muss. Wann hört auf, was ihr Ex-Mann ihr antut, wenn er ihr Gesicht klaut, ihr Leben entstellt und es als Ware anbietet?

Die Zahlen sagen es: 90 Prozent der Deepfakes sind Sexfilme. Nicht Politik. Nicht Propaganda. Frauen. Mädchen. Und die meisten von ihnen wissen nicht, wie sie sich wehren sollen. Collien Fernandes hat es versucht. Sie hat Anzeige erstattet. Sie hat sich geweigert, sich zu ducken. Aber das Gericht? Das Gericht muss erstmal verstehen, dass diese neue Gewalt keine physische ist. Sie ist unsichtbar. Sie frisst sich durch Likes, durch Kommentare, durch Algorithmen, die sie verteilen wie ein Virus.

Und während wir hier sitzen und darüber reden, während die Bahnverbindungen in Deutschland wieder mal zu langsam sind wie die Reaktion der Politik auf diese Sache, während der ukrainische Seehandel im Hintergrund stöhnt wie ein alter Dampfer – was tun wir eigentlich? Die Römer hätten die Gladiatoren einfach hängen lassen. Wir? Wir haben eine Schauspielerin, die sich fragt, ob sie jemals wieder ohne Albtraum schlafen kann.

Der Zug nach Darmstadt kommt pünktlich. Nicht die Gerechtigkeit. Nicht die Wahrheit. Nicht die Sicherheit. Aber der Zug. Und das ist schon ein Fortschritt. Oder?

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