Börse 1937
Terminal Tribune

24. März 2026

Dossier · Klimawandel

EU-Klimapolitik: CBAM, Klimaklagen und Greenwashing im Fokus

24. März 2026 · aus dem Archiv

**Die EUs CO₂-Barrikaden. Oder: Wie man die Erde in Rechnung stellt.**

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Die Erde atmet. Nicht mit Lungen, sondern mit Poren. Sie stöhnt, wenn man ihr die Lunge mit Stahl, Zement und Dünger verstopft. Die EU hat beschlossen, sie zu verklagen. Nicht die Erde – die Unternehmen, die sie seit Jahrhunderten mit Ruß und Gift ersticken. Doch die Rechnung, die jetzt kommt, ist nicht gerecht. Sie ist nur ein weiterer Schrei in einem Konzert aus Lobbyismus, Greenwashing und der kühlen Berechnung, wer die Rechnung zahlt.

Der Carbon Border Adjustment Mechanism, oder CBAM, ist ein Messer, das man der Erde in den Bauch rammt. Ab 2026 soll die EU importierte Ware besteuern, die in Ländern produziert wurde, wo die Industrie noch so tut, als gäbe es keine Erde. Stahl aus China, Zement aus Indien, Dünger aus den USA – alles soll teurer werden, weil die EU will, dass die Welt ihre Fabriken sauberer macht. Oder zumindest so tut, als würde sie es. Doch wer zahlt wirklich? Nicht die Konzerne, die seit Jahrzehnten wissen, dass sie die Erde kochen. Sondern die Länder, die keine andere Wahl haben, als weiter zu verbrennen. Die Erde, die seit 1937 weiß, wie das endet, wenn man sie mit Kohle füttert.

ExxonMobil. Das Unternehmen, das seit den 1970ern wusste, dass sie die Erde erwärmt, während sie der Welt verkauften, sie wäre sicher. Jetzt klagen Studenten gegen sie. Ein belgischer Bauer, dessen Felder schon seit Jahren verdorren, weil die Chemiekonzerne ihm versprochen haben, die Luft zu reinigen – während sie weiter Öl pumpen. TotalEnergies. Der Name ist ein Witz. Total. Wie wenn man eine Flasche Alkohol trinkt und dann die Leber verklagt. Die Finanzwelt steht Schlange, um zu klagen. Weil die Banken, die sich selbst "nachhaltig" nennen, nichts weiter tun, als Geld in Dinge zu stecken, die die Erde umbringen. Und die EU? Die EU prüft jetzt, ob die CO₂-Zertifikate, die die Konzerne verkaufen, überhaupt etwas wert sind. Als ob das der Punkt wäre.

Die Erde hat seit jeher Bücher geführt. Sie kennt die Bilanzen. Seit 1937 weiß sie, dass der Dust Bowl nicht einfach so kam. Dass die Felder, die einst grün waren wie das Haar einer Mutter, jetzt Staub sind. Dass die Luft, die man atmen kann, seit den Fabriken nach verbrannter Erde riecht. Die EU will jetzt, dass die Welt aufhört, die Erde zu betrügen. Doch sie tut es mit den gleichen Werkzeugen, mit denen die Konzerne seit Jahrzehnten betrügen: mit Zahlen, die man drehen kann, mit Gesetzen, die man umgehen kann, mit Rechnungen, die am Ende doch jemand anderes zahlt.

Die Erde wird nicht reden. Sie wird weiter atmen. Sie wird weiter Poren haben, durch die der Ruß der Fabriken dringt. Sie wird weiter Felder wachsen lassen, die dann doch verbrennen. Doch sie wird sich rächen. Nicht mit einem Aufschrei. Sondern mit einem Naturgesetz.

**Und das ist das Gesetz der Schwerkraft.**

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