Börse 1937
Terminal Tribune

26. März 2026

Dossier · Krisen & Konflikte

Iranische Angriffe auf Golfstaaten: Die Stille Eskalation

26. März 2026 · aus dem Archiv

**"ÖLBLUT IM WÜSTENNEBEL – WARUM DIE MONARCHEN IHR SCHWERT NUR HALB ZIEHEN"**

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Der Rauch der abendlichen Zigaretten schwebt zwischen den vergilbten Zeitungsseiten und dem Staub der Schreibmaschine. Draußen regnet es in Schüben, als wollte der Himmel die Stadt ertränken, damit man die Schreie der Ölscheichs nicht hört. Evelyn singt irgendwo im Café unten – *„Blue Moon“* – während draußen die Revolutionsgarden des Iran wie Schatten über dem Persischen Golf umherstreifen. Die Golfstaaten zittert. Nicht vor den Raketen. Vor der eigenen Feigheit.

Letzten Dienstag explodierte wieder eine Pipeline in Saudi-Arabien. Nicht die große, pompöse Abqaiq-Raffinerie, die 2016 mit 5,7 Millionen Barrel am Tag das Herzblut der Weltwirtschaft erstickte. Nein, nur eine von vielen. Die Monarchie hat längst gelernt: Ein einziger Schlag gegen die Infrastruktur, und die Weltwirtschaft stöhnt. Die Börsen zittern. Die Versicherer lachen sich krank. Und die USA? Die USA schicken ihre Marine, aber die Schiffe sind nur Blechdosen, die von Iran-Kämpfern mit selbstgebastelten Drohnen wie Spielzeug zerstört werden. Die Huthi jubeln, während Riad die Augen zusammenkneift und betet.

Manche sagen, die Saudis dulden die Angriffe. Nicht, weil sie schwach sind. Sondern weil sie wissen: Jeder direkte Gegenangriff gegen den Iran würde die Welt in Flammen setzen. Also lächeln sie, wenn die Raketen kommen. Zucken mit den Schultern, wenn die Ölpreise wieder steigen. Die Golfstaaten sind wie die Römer vor dem Fall: Sie bauen ihre Mauern höher, während die Barbaren schon über die Zinnen klettern.

Und die Vereinigten Arabischen Emirate? Die Emirate sind die Zyniker der Region. Sie bauen ihre Burj Khalifa in den Himmel, während unten die Huthi ihre billigen Drähte in die Luft jagen. Die Scheichs fliegen in ihren Privatjets nach Dubai, trinken Aqaba-Wodka und fragen sich, warum die USA nicht einfach den Iran bomben. Aber sie wissen es. Ein Krieg wäre wie ein Schneeball im Winter: Anfangs nur ein Klumpen Dreck. Am Ende eine Lawine, die alles begraben würde.

Die Frage ist nicht, *ob* der Iran weiter schießt. Die Frage ist, *wann* die Golfstaaten aufhören zu zögern. Die Römer zögerten auch. Bis die Vandalen Rom in Brand stießen. Die Amerikaner zögerten im Vietnamkrieg. Bis die Straßen von Saigon in Flammen aufgingen. Und die Saudis? Die Saudis zögern, während das schwarze Gold unter ihren Füßen wie ein verletzter Stier im Käfig stöhnt.

Die nächste Rakete kommt. Die nächste Pipeline brennt. Die nächste Zeitung wird einen anderen Titel haben. Aber wir alle wissen: Irgendwann wird jemand den Knopf drücken. Und dann?

Dann wird der Wüstensand rot von Blut. Und niemand wird mehr über Zölle und Ölkonvois reden. Nur über die Asche.

**— J. Morrison**

❖ Ende des Artikels ❖

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