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26. März 2026

Dossier · Klimawandel

Indirekte Klimawandelaspekte in der Energiepolitik und Greenwashing-Klagen

26. März 2026 · aus dem Archiv

**EU schickt das Öl in die Flammen – während die Erde atmet**

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Die Erde gähnt. Nicht aus Müdigkeit, sondern aus Wut. Seit Jahrhunderten schreibt sie mit Erosion, Versteinerung, Eiszeiten und Vulkanschlünden ihre Chronik auf den Kontinenten. Doch seit wir ihr Herz mit Bohrmaschinen durchbohrt haben, antwortet sie nur noch mit Fieber. Und jetzt? Jetzt schneidet Europa mit einem Ölpreisdeckel ein weiteres Stück aus ihrem Fleisch ab, während es mit der anderen Hand verzweifelt nach Alternativen sucht, die es nicht gibt.

Die Logik der Sanktionen ist simpel: Russland soll weniger Geld haben. Also deckelt man den Ölpreis. Doch wer zahlt die Rechnung? Nicht Moskau – die findet andere Wege. Die Schattenflotte, die seit dem Deckel um 70 Prozent angewachsen ist, beweist, dass das Öl einfach weiter fließt. Es sickert durch die Ritzen der Diplomatie wie Wasser durch verrottetes Holz. Und was bleibt? Ein leerer Topf und eine Erde, die langsam, aber sicher erstickt.

Deutschland, das Land der Ingenieure und Denker, irrt weiter durch den Dschungel der Abhängigkeiten. 55 Prozent seines Gases kommen noch immer aus Russland. Die Nord Stream-Pipelines, diese gigantischen Narben an der Haut des Kontinents, sollen die Wunde schließen – doch die ist längst infiziert. Die Industrie stöhnt unter den Strompreisen, die Landwirtschaft welkt in der Hitze, und die Politik? Die sucht weiter nach Ausreden, während der Boden unter den Füßen Risse bekommt wie altes Porzellan.

Dazwischen das Greenwashing. KLM muss sich vor Gericht verantworten, weil seine CO₂-Kompensationen so wertlos sind wie die Asche, die von den Reifen der Flugzeuge auf den Startbahnen bleibt. Die Luftfahrtindustrie lacht. Sie kauft sich mit „nachhaltigen“ Zertifikaten frei, während die Klimakurven steiler werden als die Flüge. Selbst die Finanzbranche, die sich so gern als Retterin der Welt inszeniert, steckt mit ihren ESG-Fonds die Finger in den Abgrund. ESG – das ist nur ein neues Akronym für das alte Spiel: Betrug mit Buchstaben.

Die Erde hat Geduld. Sie hat die Dinosaurier überleben sehen, die Eiszeiten kommen und gehen lassen, die Wüsten wachsen und wieder verschwinden. Doch sie hat keine Lust mehr auf unser Theater. Sie atmet. Ihr Atem ist heiß und voller Staub, wie an jenem Tag, als die ersten Bohrer ihr Fleisch durchdrangen. Und sie sagt nichts. Sie tut nur, was sie immer getan hat: weiter.

Die Naturgesetze bleiben. Der letzte Rest Öl verbrennt. Die letzte Kohle glüht. Und die Erde, diese uralte, müde, aber unbesiegbare Person, wartet nur noch darauf, dass wir endlich verstehen, dass wir nicht die Herrscher sind – wir sind nur die Staubkörner in ihrer Lunge.

❖ Ende des Artikels ❖

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