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Die Falken, die sich selbst im Weg standen

19. Juni 2026 — — Morrison, over and out.

Es gibt Bilder, die man nicht vergisst. Eli Lake, Analyst für Außenpolitik, sitzt vor dem Mikrofon, die Stimme bricht, und er fragt in die Welt: ‚Was ist los? Was ist los?' Der Mann, der jahrelang den Krieg gegen den Iran gefordert hat, klingt wie ein Kind, das im Dunkeln aufwacht. Was ist los? Dasselbe wie immer, Eli. Die Realität schert sich nicht um Ihre Pläne.

Donald Trump, dieser Mann mit dem Geduld eines Terriers vor einem Rattenloch, hat schneller begriffen, was Sache ist, als die Herren Strategen, die ihm den Krieg eingeredet haben. Er hat erkannt: Amerika hat eine historische Niederlage eingesteckt. Also lässt er die Forderung nach bedingungsloser Kapitulation fallen und versucht, sich freizukaufen. Ein Memorandum of Understanding, das Teheran Milliarden verspricht, um den status quo ante wiederherzustellen. So sieht Dealmaking aus, wenn man mit leeren Händen dasteht.

Die Neokonservativen — diese kleine Zirkelrunde von Interventionisten, die sich seit Jahrzehnten als das Gehirn der konservativen Bewegung verstehen — kapieren es langsamer. Mark Dubowitz von der Foundation for Defense of Democracies twittert, das MOU sei ‚weniger schrecklich als der katastrophale Verkaufspitch der Administration'. Einen Tag später rudert er zurück: ‚Tatsächlich noch schlimmer als ich angenommen habe.' Batya Ungar-Sargon diagnostiziert beim Präsidenten einen ‚Fugue State', einen Zustand dissoziativer Abwesenheit. Marc Thiessen, Kolumnist der Washington Post, nennt das Abkommen die ‚Vance-Friedensinitiative', als hätte der Vizepräsident einen Putsch gegen die Kriegsfraktion inszeniert.

Was ist also los? Die Falken haben die geopolitische Lage falsch eingeschätzt und den Präsidenten, dem sie vertraut haben. Ihr Grunddogma: ein grenzenloser Glaube an die Wirksamkeit amerikanischer Militärmacht. Dieser Glaube trieb sie 2015 zurück vor dem Atomabkommen Obamas. Ein härterer Präsident, so hofften sie, würde mit der Drohung der amerikanischen Macht Iran zu viel strengeren Bedingungen zwingen. Dubowitz schrieb damals: ‚Es gibt eine Alternative, und sie heißt nicht Krieg. Sie heißt ein besseres Geschäft.' Zehn Jahre und ein paar tausend Bomben später wissen wir: Das Geschäft wurde nicht besser, nur teurer.

Trump riss das Obama-Abkommen ein. Die Drohung mit Krieg brachte kein besseres Geschäft. Also glaubten Dubowitz und seine Mitstreiter, dass militärische Gewalt ihre Ziele schon erreichen würde. Als Trumps Bombenkampagne 2025 die iranische Nukleardrohung nicht beseitigen konnte, beschlossen sie: mehr vom Gleichen, eine umfassendere Militärkampagne würde das Land zur Kapitulation zwingen. Die Kampagne kam. Die Kapitulation kam nicht. Die Wahrheit ist banal und brutal: Das iranische Regime hat die Macht fest im Griff, es kümmert sich nicht um das Leid seiner Bevölkerung, und es hat sein Nuklearmaterial und konventionelle Streitmacht tief unter die Erde vergraben, wo Luftschläge wenig ausrichten können.

Zwei Monate wackeliger Waffenstillstand. Dann das MOU. Die Blockade endet, die Militäroperation wird eingestellt, die Straße von Hormuz öffnet sich. Trump twittert: ‚Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen.' Der Preis für Brent-Öl liegt bei 83 Dollar pro Barrel — deutlich höher als vor dem Krieg, aber weit weg von den dreistelligen Preisen auf dem Höhepunkt. Das ist keine Rückkehr zur Normalität, das ist ein Mauerblümchen, das man Normalität nennt.

Die exakten Bedingungen des MOU sind noch unklar. Iran soll für sechzig Tage ungehinderten und gebührenfreien Verkehr durch die Meerenge erlauben, danach möglicherweise Gebühren erheben. Trump droht, die Feindseligkeiten und die Blockade wieder aufzunehmen, falls Iran sich querstellt. Die Unsicherheit bleibt. ‚Der Junge, der ‚Iran-Deal' rief', so nennt man den Journalisten, der wochenlang tägliche Durchbrüche verkündete, immer schön vor Börsenöffnung, gefolgt von Dementis auf beiden Seiten. Ein Witz, der sich selbst nicht mehr lustig fand.

Die wahren Verlierer sitzen in den Think Tanks und den Redaktionsstuben. Sie haben einen Präsidenten in den Krieg geschickt, der sich nun als der Klügere im Raum erweist. Sie haben Milliarden versenkt, Reputationen verbrannt, und am Ende stehen sie da mit dem Geständnis, dass sie sich geirrt haben. Nicht einmal das bringen sie sauber über die Lippen. Lake weint, Dubowitz schwankt zwischen den Tweets, Thiessen erfindet einen Putsch, an dem keiner beteiligt war. Der Apparat, der den Krieg gewollt hat, sucht jetzt den Sündenbock im Frieden.

Niederlagen werden in Washington nicht zugegeben. Sie werden umetikettiert. Was gestern noch Krieg hieß, heißt heute Friedensinitiative. Was gestern noch Eskalation war, heißt heute strategische Geduld. Wer darauf wartet, dass einer der Herren Analysten in die Kamera schaut und sagt: ‚Wir haben uns geirrt, wir haben diesen Krieg gewollt, und er war falsch' — der wartet vergebens. Der wird weiter ‚What's going on?' fragen, bis die Akten geschlossen sind und die nächsten Sessel warm werden.

Evelyn singt unten im Café. Irgendetwas von Sehnsucht und falschen Versprechen. Regen klopft gegen die Scheibe. Das Licht der Straße flackert. Die Straße von Hormuz ist offen. Das Öl fließt. Die Kassen klingeln. Und die Falken? Die Falken lernen gerade, was jeder Verlierer lernt, der zu spät kommt: Man kann einen Krieg nicht gewinnen, indem man den nächsten vorbereitet.

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