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Atempause mit Verfallsdatum

21. Juni 2026 — — — E. Wolff

Siebenundsiebzig Paisa. Mehr nicht.

Siebenundsiebzig Paisa, die die Rupie am Freitag, dem Zwölften des Monats, gegen den Dollar zugelegt hat, um am Ende bei 95.08 zu stehen. Donnerstag zuvor hatte sie noch 60 Paisa verloren und bei 95.85 geschlossen. Ein Auf und Ab, das in den Bilanzen der Banken steht, aber nicht in den Taschen der Leute, die am Monatsende auf den Lohn warten.

Was war passiert? Donald Trump hat einen Deal mit Iran angekündigt. Nahezu abgeschlossen, sagt er. Unterschrieben werden soll am Wochenende, in Europa. Die Militärschläge, die er Stunden zuvor noch angedroht hatte, wurden zurückgezogen. So schnell geht das heute. Ein Versprechen, ein Dollar, ein ganzer Subkontinent atmet durch.

Vier Komma fünfundzwanzig Prozent fiel daraufhin der Brent-Ölpreis. 86.54 Dollar pro Barrel auf dem Terminmarkt. Das Öl, das Indien importieren muss, sank also. Auf 88.58 Dollar, sagt Anil Kumar Bhansali, Leiter der Treasury-Abteilung bei Finrex Treasury Advisors LLP. Den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Die Rupie habe zwischen 95 und 95.80 gependelt, sagt er weiter, im Gleichschritt mit dem schwarzen Gold.

Sensex, der heimische Index, schnellte um 1.695.40 Punkte auf 75.527.95. Nifty erklomm 461.30 Punkte auf 23.622.90. Eine Rally, die nach Erlösung aussieht, aber nach geborgter Zeit riecht. Der Dollar-Index notierte bei 99.65, ein Minus von 0.20 Prozent. Kleine Zahlen, große Folgen.

Wissen Sie, was gleichzeitig geschah? Am Donnerstag, einen Tag vor dem großen Sprung, haben ausländische institutionelle Investoren indische Aktien im Wert von 1.987.09 Crore Rupien auf Netto-Basis abgestoßen. Kapital auf Wanderschaft, das auf Signale aus Washington wartet. Es kam zurück, als Trump sprach. Es kommt immer zurück, wenn ein mächtiger Mann ein Versprechen gibt. Die Frage ist nur, wann es wieder geht.

Die Ein-Monats-Prämien stiegen leicht auf 2.95 Prozent, die Ein-Jahres-Prämien auf 2.85 Prozent. Für Montag erwartet Bhansali einen Handelskorridor zwischen 94.75 und 95.75. Eine Bandbreite, die keine ist, sondern ein Käfig aus Erwartungen.

Dann, zwei Tage später, tritt Nirmala Sitharaman vor die Presse. In Devanahalli, nahe Bengaluru, bei einer Feier zu zwölf Jahren der Regierung unter Narendra Modi. Sie erklärt die Schwankungen der Rupie mit globalen und inländischen Faktoren. Geopolitische Unsicherheiten, Kapitalbewegungen, die Abhängigkeit von Importen – Öl, Dünger, Gold. Sie sagt das, als würde sie das Wetter erklären. Als hätte niemand danach gefragt, warum eine aufstrebende Volkswirtschaft jeden Tweet aus Washington, jeden Ölpreis, jedes politische Streichholz eines Mannes im fernen Oval Office spürt.

Die Reserve Bank of India, fügt sie hinzu, greife nur ein, um übermäßige Volatilität zu glätten, nicht um einen festen Wechselkurs zu halten. Eine schöne Formulierung. Sie bedeutet: Die Notenbank lässt die Rupie fallen, wenn sie fällt, und hebt sie auf, wenn der Wind günstig steht. Eine Zentralbank als Wetterhahn.

Die wirtschaftlichen Grundlagen, sagt die Ministerin, seien stark. Zwölf Jahre Regierungszeit. Und was bleibt davon? Ein Markt, in dem sieben der zehn wertvollsten Firmen des Landes innerhalb kurzer Zeit 1.25 Lakh Crore Rupien an Börsenwert verloren haben. Den größten Schnitt machte Reliance. Der Konzern, der einmal als Turm der indischen Industrie galt, zerschellt an den eigenen Bilanzen.

Parallel, still und leise, hat die Regierung die Kapitalertragssteuer auf FPI-Investitionen in Staatsanleihen befreit. Ein Geschenk, das nicht in den Schlagzeilen steht, aber in den Büchern der Fonds. Wer zahlt die Zeche? Wie immer die, die keine Anwälte in Mumbai haben.

Und währenddessen, so heißt es aus Verhandlungskreisen, weigert sich Teheran im Entwurf des Abkommens, die Kontrolle über die Straße von Hormuz abzugeben. Die Meerenge, durch die ein Fünftel des Welterdöls fließt. Wenn dieses Versprechen platzt, fällt der Ölpreis nicht – er steigt. Und mit ihm fällt die Rupie.

Siebenundsiebzig Paisa Atempause. Bezahlt mit dem Wort eines Mannes, der Verträge unterzeichnet und am nächsten Tag wieder vergisst.

Ich habe 1929 gewusst, was kommt. Ich habe es den Bankiers gesagt, den Politikern, den Männern mit den seidenen Krawatten. Sie haben gelächelt. Sie lächeln noch immer. Zwischen 94.75 und 95.75 lächeln sie besonders breit.

Wolff, Terminal Tribune, zwischen Mumbai und dem Abgrund.

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