Talaricos Gewissen: Ein Senator, sein Theologe und das Projekt Glaube
Dreißig Meilen östlich von Austin sitzt ein Mann, der Senator werden will. James Talarico, Demokrat aus Texas. Sein Gott ist non-binär. Seine Theologie kommt von einem Menschen, der sich Roberto nennt — früher Robyn Henderson, heute Henderson-Espinoza, TransQueer Latinx, PhD in Religion von der Universität Denver. Die Verbindung ist belegt, sauber dokumentiert, von mehreren Quellen bestätigt.
Hört auf den Draht.
Townhall, New York Post, Federalist, Breitbart — sie greifen alle denselben Podcast vom Februar 2021 auf. Talarico sagt dort den Satz, der ihn jetzt verfolgt: "I always think of myself as a Christian who hates Christianity." Kein Ausrutscher. Kein Versprecher. Ein Geständnis mit Wiederholungsgarantie. Der Kandidat selbst hat den Clip nicht bestritten — er hat ihn geliefert. Resurfaced, sagt die Presse. Nichts wird resurfaced, was nicht irgendwo gelagert wurde.
Aber das ist die Oberfläche. Wer liefert das Skript? Folgt man den Ideen und den Zitaten, landet man bei Espinoza. Theologin. Aktivistin. Autorin des Buches "Activist Theology", das Talarico als Offenbarung verkauft. Espinoza schreibt im Journal of Feminist Studies in Religion über "transing religion" — ein Verfahren, um die Logik der Norm zu zerschlagen, die Zweigeschlechtlichkeit, die Theologien der Komplementarität. Wer das liest, versteht: Es geht nicht um Modernisierung. Es geht um Auflösung. Umformung. Neudefinition des Heiligen, bis das Heilige nicht mehr wiedererkennbar ist.
Und Talarico applaudiert. Seine Vorstellungskraft sei begrenzt durch Weißsein und Männlichkeit, sagt er im selben Podcast. Espinoza sei eine andauernde Inspiration. Sein Presbyter Jim Rigby wird als weißer Verräter gefeiert — ein Ehrentitel in diesem Kreis. Wer Verräter ist, bestimmt Espinoza. Wer gerettet wird, auch.
Die Maschine arbeitet präzise. Was wie ein einzelner Ausspruch wirkt, ist tatsächlich das Produkt einer Pipeline. Von Denver über Austin nach Nashville, von der Universität über den Podcast ins Wahlkampfteam. Anna Golladay, Mitgesprächspartnerin jenes Gesprächs von 2021, kandidiert jetzt gegen Chuck Fleischmann im dritten Kongressdistrikt von Tennessee, tiefrot. Die ehemalige Mitstreiterin ist Werkzeug und Botschafterin zugleich. Espinoza liefert die Sprache, Talarico die christliche Fassade, Golladay die geographische Expansion. Drei Knoten, ein Netz — und jeder Knoten zieht an einem anderen Hebel.
Was passiert, wenn jemand mit dieser Doktrin in den Senat einzieht? Die Annunciation — die Verkündigung an Maria, Grundpfeiler der Christenheit seit zweitausend Jahren — wird zur göttlichen Bestätigung für Abtreibung. Gott ist nicht mehr Vater, nicht mehr Mutter, sondern everything in between — wörtlich aus Talaricos Mund. Transgender-Kinder sind perfekt, schön, heilig. Das ist keine Theologie mehr, die noch etwas mit dem Evangelium zu tun hat. Das ist Politik im Gewand der Kanzel, gestrickt aus akademischer Theorie und sozialer Bewegung. Und es wird verkauft als Fortschritt.
Mein Vater hat mir beigebracht: Wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert das Gespräch. Wer das Gespräch kontrolliert, kontrolliert die Macht. Talarico kontrolliert weder die Sprache noch die Theologie — er spricht nach. Er übernimmt Sätze, die Espinoza geschrieben hat, prägt sie in einen Podcast, gibt sie an Wähler weiter, die ihn für einen der Ihren halten. Er ist Sprecher einer Bewegung, die er nicht gegründet hat. Das macht ihn nützlich. Das macht ihn gefährlich. Und das macht ihn ersetzbar.
Die Drähte summen weiter. Irgendjemand muss zuhören.