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Yakshagana in Mangaluru: Sechzig Jahre Bühne, fünfzehntausend Rupien Lohn

27. Juni 2026 — — — Kastner

Manchmal liegt die Wahrheit einer Gesellschaft nicht in dem, was sie feiert, sondern in der Zahl, die sie auf den Scheck schreibt.

Kudmul Rangarao Town Hall, Mangaluru, der erste August des Jahres 2026. Die Bhramari Yakshamithraru Mangaluru Trust wird an diesem Abend K.H. Dasappa Rai auf die Bühne bitten. Sechzig Jahre lang hat dieser Mann Yakshagana gespielt — begonnen mit fünfzehn, durchgezogen durch die Truppen, die das Rückgrat einer zweitausend Jahre alten Tradition bilden: Karnataka Mela, Kadri Mela, Kumbale Kanipura Mela, Mangaladevi Mela. Sein Koti im Prasanga Koti-Chennaya ist Legende. Sein Mainda Gurikare in Kadamallige ebenso. Und die Quittung für dieses Lebenswerk? Fünfzehntausend Rupien, eine Urkunde, eine Silbermedaille.

Fünfzehntausend Rupien. Für sechzig Jahre. Man rechne nach: zweihundertfünfzig Rupien pro Jahr, weniger als der Preis einer Tasse schlechten Tees in den Hallen, in denen das Geld dieser Welt wirklich zirkuliert. Wer hier rechnet, hat die Maschine nicht begriffen, die solche Ehrungen produziert. Es geht nicht um den Wert. Es geht um die Geste.

Doch folgen wir der Geste weiter, denn sie verrät mehr, als ihre Veranstalter ahnen. Am selben Abend wird der Bhramari Yakshaseva Puraskara verliehen — eine Nebenkategorie, beinahe verschluckt von der Hauptzeremonie. Der erste Empfänger: Monappa Gowda, ein Nepathya Kalavida, also ein Gehilfe der grünen Garderobe, also jener Mann, der die Masken bereitlegt, die Kostüme richtet, das schwere Make-up abnimmt und das nasse Tuch reicht, damit das Publikum hinterher nichts vom Schweiß der Darsteller sieht. Drei Jahrzehnte im Dienst der Bühne, von der Bühne selbst nie gesehen. Seine Quittung: sechstausend Rupien. Die zweite Nebenehrung geht an die Dattatreya Yakshagana and Bhajan Mandali aus Mudipu-Kurnaad. Neun Jahrzehnte — die dreißiger Jahre, die Kolonialzeit, die Unabhängigkeit, die Notstandsjahre, die liberalisierte Republik — haben diese Organisation Talamaddale organisiert und Kinder im Yakshagana unterrichtet. Ohne sie stünde an diesem Abend keine zweite Generation auf der Bühne. Ihre Quittung: ebenfalls sechstausend Rupien.

Man betrachte die Hierarchie, die sich in diesen Zahlen abzeichnet. Sechzig Jahre solistischer Bühnenkunst: fünfzehntausend. Dreißig Jahre unsichtbarer Hilfsdienst: sechstausend. Neunzig Jahre institutioneller Nachwuchsarbeit: sechstausend. Die Ökonomie dieser Auszeichnung folgt keiner Logik des Marktes — der Markt hätte längst eingesehen, dass fünfzehntausend Rupien eine Beleidigung sind, und höflich geschwiegen. Sie folgt einer Logik der Sichtbarkeit. Wer auf der Bühne steht, bekommt das Dreifache dessen, wer hinter der Bühne steht. Wer Tradition trägt, bekommt weniger als die Hälfte dessen, wer sie tritt.

Die Trust, die diese Preise vergibt, hat sich einen Namen gegeben, der nach Göttlichkeit klingt — Yakshamithraru, die göttlichen Herren des Yakshagana —, und sie operiert in jener schmalen Zone zwischen kulturellem Erbe und kultureller Pflicht, in der das Geld knapp wird und die Symbolik wächst. Silbermedaillen, silberne Erinnerung, das stählerne Versprechen, weiterzumachen: Dies sind die Währungen, in denen hier bezahlt wird. Die Trust, wohlgemerkt, verwaltet nicht den Markt. Sie verwaltet das Fehlen des Marktes. Und sie tut es mit Würde, was die Sache nicht besser macht.

Denn eines steht außer Frage: Der Abend wird stattfinden. Ab sieben Uhr wird das Bühnenprogramm beginnen. Die Tenkutittu-Schule wird ihre Meister schicken. Ambhashapatha, Lakshmi Swayamvara, Tamradhwaja Kalaga — drei Prasangas, die durch die Nacht getragen werden. Der Eintritt ist frei, kostenlos für das Publikum, kostenlos für die Stadt, kostenlos für alle, die zuschauen wollen. Was nicht kostenlos ist, ist das, was nicht auf der Bühne geschieht: die Frage, warum eine Gesellschaft, die sechzig Jahre Kunst mit fünfzehntausend Rupien quittiert, noch immer von kulturellem Erbe redet, als handle es sich um ein Geschenk der Götter und nicht um eine Leistung von Menschen.

Dasappa Rai wird an jenem Abend lächeln. Er hat in sechs Jahrzehnten gelernt, dass das Lächeln zur Zeremonie gehört wie die Maske zum Tanz. Monappa Gowda wird hinter der Bühne stehen, wo er immer stand. Und die Kinder aus Mudipu-Kurnaad werden zusehen, wie die Silbermedaille im Rampenlicht glänzt, und werden nicht wissen, dass sie selbst das sind, was die Trust eigentlich kaufen müsste — und wofür sechstausend Rupien niemals, niemals reichen werden.

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