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Drei Konzerne besitzen das Korn

3. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Ich schreibe diesen Text auf einem Hof, der einmal meiner Familie gehörte. Jetzt gehört er einer Bank. Aber darum geht es heute nicht. Heute geht es um das, was die Stadt Brot nennt — und um das, was sie nicht sieht, wenn sie es kauft.

Drei Namen. Mehr braucht es nicht, um den internationalen Saatguthandel zu erklären. Drei Konzerne, die zusammen über fünfzig Prozent des Marktes kontrollieren. Das ist keine Konkurrenz. Das ist eine Übernahme des Feldes durch jene, die das Feld nie bestellt haben. Wer oben sitzt, schreibt sich die Regeln selbst. Wer unten sitzt, darf sie bezahlen. So war es immer, nur steht es heute fein gedruckt in Lizenzverträgen.

Die Konzentration der Marktmacht führt zu weniger Auswahl und Vielfalt für die Bauern. Sie beschleunigt den Verlust der Artenvielfalt. Das sind keine Sätze aus einem Sachverständigenrat. Das ist das, was auf dem Acker passiert, wenn ein Bauer nicht mehr entscheidet, was er sät, sondern der Katalog eines Konzerns. Wenn die Sorte, die seit Generationen auf dem Hof wuchs, plötzlich nicht mehr zugänglich ist, weil ein Patent darauf liegt. Wenn das Saatgut, das der Vater noch selbst vermehren konnte, heute in einer versiegelten Tüte aus einem Labor kommt.

Bayer hat vor wenigen Jahren einen Konkurrenten geschluckt, als wäre er ein Acker, der zu klein geworden war. Die Übernahme von Monsanto durch Bayer schuf einen weltweit führenden Saatgutkonzern, der heute einen großen Teil des internationalen Saatguthandels kontrolliert. Man hat uns erzählt, das werde die Probleme lösen. Es hat sie nicht gelöst. Die Übernahme durch Bayer hat die Diskussion um die gesundheitlichen und ökologischen Auswirkungen verschärft, nicht beendet. Verschärft. Punkt.

Was seitdem wächst, sind nicht die Pflanzen. Es sind die Anträge. Corteva und Bayer erweitern ihre Marktmacht durch strategische Patentanträge und Lizenzvergaben im Bereich der landwirtschaftlichen Biotechnologie. Sie bereiten sich darauf vor, Patente auf Neue Gentechnik-Verfahren zu sichern, um ihre Marktstellung zu festigen. Neue Gentechnik — das klingt nach Fortschritt, nach Labor, nach Morgen. Aber wer genauer hinhört, hört eine zweite Stimme. Die Biotech-Konzerne behaupten, dass Neue Gentechnik-Verfahren natürliche Prozesse sind. Sie sagen das, damit die Verfahren nicht unter die EU-Regulierungen fallen. Sie sagen das, damit kein Zulassungsverfahren prüft, was auf dem Teller landet. Sie sagen das, damit die Aufsicht schweigt, während das Korn sich in eine Akte verwandelt.

Hinter dem Vorhang sitzt das Europäische Patentamt. Es erteilt Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen, obwohl die EU Beschlüsse dagegen gefasst hat. Das ist kein Versehen. Das ist Architektur. Wer profitiert? Die Konzerne, die ihre Anträge durchgewunken sehen. Wer verschweigt? Die Aufsicht, die weiterhin Genehmigungen ausstellt, als gäbe es keine Monopole. Wer zahlt? Der Bauer, der die Lizenzgebühr nicht mehr aufbringen kann. Die Biene, die nicht mehr findet, was sie braucht. Der Verbraucher, der glaubt, er habe die Wahl, weil im Regal zwanzig Sorten Brot liegen, während hinter der Theke ein einziger Konzern das Mehl liefert.

Unklar bleibt, wie viele Beschlüsse in Brüssel noch gefasst werden, die das Patentamt nicht hört. Unklar bleibt, wie viele Patente schon erteilt sind, die nie hätten erteilt werden dürfen. Was wir wissen, ist genug, um zu sehen, wohin die Pflüge fahren.

Ich bin auf einem Hof aufgewachsen. Ich habe gesehen, wie die Ernte stirbt. Ich habe gesehen, wie die Banken die Felder nehmen. Und ich habe gelernt, dass die Stadt das Brot erst bemerkt, wenn der Preis steigt. Aber der wahre Preis wird nicht an der Theke bezahlt. Er wird auf dem Acker bezahlt, in der Sorte, die verschwindet, in der Blüte, die nicht mehr bestäubt wird, in der Familie, die aufhört, weil das Saatgut teurer geworden ist als das Brot.

Was bleibt, ist die Erde. Sie lässt sich nicht patentieren, auch wenn die Anwälte es versuchen. Sie lässt sich nicht lizenzieren, auch wenn die Konzerne es versuchen. Was bleibt, ist die Frage, ob wir noch zuhören, wenn sie redet.

Was bleibt, ist das Feld.

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