← Zurück zur Titelseite Vermischtes

SEFE und UNIPEC: Wie Berlin Chinas Ölhahn aufdreht und Washington zusieht

3. Juli 2026 — — — Hollis

Ich kenn den Geruch von Pipelines. Von altem Stahl, von heißem Öl, von dem Geld, das durch die Röhren fließt — und von den Männern, die nie dreckige Hände haben.

Jetzt passiert was in Berlin. SEFE — die Securing Energy for Europe GmbH, ehemals Gazprom Germania, gehört dem Bund — macht Geschäfte mit UNIPEC. UNIPEC ist die Handelsarme des chinesischen Petrochina-Konzerns. Ein deutsches Staatsunternehmen, das seine Scheine nach Peking trägt.

Warum kümmert mich das? Weil an der Zapfsäule keiner fragt, woher das Öl kommt. Da fragt man nur, was es kostet. Aber die Frage, woher es kommt, entscheidet, wer morgen den Hebel zieht.

Und hier wird es unappetitlich.

Die EU-Kommission hat den USA ein großes Versprechen gegeben: Wir kaufen euer LNG, wir kaufen euer Öl, wir werden euer bester Kunde. Große Geste, große Worte. Nur: Die Kommission hat keine direkte Handhabe. Sie kann nichts erzwingen. Sie kann nur bitten. Und die Mitgliedsstaaten kaufen, wo es billig ist. Oder wo es politisch opportun ist. Oder beides. Die Erfüllung dieses Versprechens? Fraglich.

SEFE macht jetzt den anderen Weg auf. China.

Das ist nicht einfach ein Handelsgeschäft. Das ist ein Signal. In einer Zeit, in der die USA Zusatzzölle auf Importe aus aller Welt stapeln — auf China, auf die EU, auf jeden, der nicht pariert —, in dieser Zeit geht ein deutsches Staatsunternehmen hin und bindet sich enger an Peking. Zölle und Gegenmaßnahmen, die Handelsstreitigkeiten, die sich hochschaukeln — und mittendrin entscheidet Berlin, den chinesischen Hahn aufzudrehen.

Ich sag dir, was das bedeutet.

China hat sich gerade neue Regeln gegeben. Verordnungen, die den bestehenden rechtlichen Rahmen erweitern. Die sollen chinesische Unternehmen davor schützen, dass ausländische Gesetze extraterritorial angewendet werden — also dass Washington oder Brüssel chinesische Firmen zwingen kann, gegen Peking zu arbeiten. Das ist eine Mauer. Eine juristische Mauer. Und sie wird gerade hochgezogen.

Wenn SEFE jetzt mit UNIPEC ins Bett steigt, dann baut Berlin an dieser Mauer mit. Mit deutschem Steuergeld.

Trump? Trump lobt China. Trump vermeidet Druck auf Peking. Das ist kein Zufall. Das ist Strategie. Wer lästert, wird bestraft — mit Zöllen, mit Sanktionen, mit Druck. Wer gehorcht, wird gelobt. Das ist die neue Ordnung. Eine Ordnung, in der die USA eine Vielzahl von Zusatzzöllen auf Importe aus verschiedenen Ländern setzen, einschließlich China — um ihre Handelsinteressen zu schützen. Und Peking? Peking antwortet mit Gesetzen.

Und jetzt der Iran-Krieg. Seine strategischen Folgen sind noch nicht absehbar — aber eins ist klar: China kann davon profitieren. Wenn der Nahe Osten brennt, wenn die Straßen gesperrt sind, wenn die Tanker nicht fahren — dann sitzt China am längeren Hebel. China hat Reserven. China hat Pipeline-Deals. China hat Verbündete, die schweigen. Und jetzt hat China auch noch SEFE.

Die Frage ist nicht, ob das ein Geschäft ist. Natürlich ist es ein Geschäft. Die Frage ist, wem dieses Geschäft nützt. Dem Bürger, der an der Tankstelle die Quittung liest? Oder dem chinesischen Staat, der sich gerade eine neue juristische Festung baut?

Ich sag dir, wem es nützt.

Unklar bleibt, wer in Berlin dieses Geschäft wirklich eingefädelt hat. Unklar bleibt, ob die Bundesregierung weiß, dass SEFE hier eine geopolitische Wette platziert — mit dem Geld der Steuerzahler. Unklar bleibt, ob irgendein Abgeordneter im Bundestag weiß, was UNIPEC eigentlich ist und wem es gehört.

Eins ist sicher: Die EU hat Washington ein Versprechen gegeben, dessen Erfüllung fraglich ist. Die USA setzen Zölle, die niemand kontrolliert. China baut sich eine Schutzmauer aus Gesetzen. Und mittendrin: SEFE, die pumpt.

Das ist kein Energiehandel mehr. Das ist Geopolitik mit Pipelines. Und wer am Ende die Rechnung zahlt, weißt du.

Der, der tankt.

✦ Ende des Artikels ✦
← Zurück zur Titelseite