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25 Prozent für die Industrie — und ein Loch in der Kette

5. Juli 2026 — — — Doc Brenner, irgendwo im Staub

Vierundzwanzig, sagen die Entwürfe. Fünfundzwanzig, sagt die Überschrift. Jeder fünfte Euro aus dem CBAM — jenem Mechanismus, der Kohlendioxid an Europas Außengrenze einen Preis gibt, den es drinnen längst hat — soll zurückfließen an die Hersteller, die ihre Öfen kaltstellen wollen. Eine Geste. Vielleicht auch ein Geschäft.

CBAM läuft seit 2023. Jetzt wird erweitert: Autoteile, Haushaltsgeräte, weitere Produkte. Die Kette wird dichter. Wer importiert, zahlt für den Kohlenstoff, den er mitbringt. Wer exportiert, steht nackt da, weil seine Konkurrenten anderswo noch keine Rechnung bekommen. Emissionslecks schließen, sagt Brüssel. Wettbewerb stärken. Was es vor allem tut: Es schreibt ein Prinzip fort, das 1991 in britischer Politik erstmals aufs Papier kam — dass Energie einen ökologischen Preis hat, der sich in der Bilanz wiederfinden muss.

Dann das Loch. Wo Recycling beginnt, wo Halbzeuge verschwinden, wo der bilanzierte Fußabdruck nicht mehr der gemessene ist — genau dort wird recyceltes Aluminium plötzlich kohlenstoffneutral deklariert. Die Kohlenstoffintensität der Lieferkette sinkt schneller auf dem Papier als im Hochofen, wo es nach verbranntem Metall riecht und die Transformatoren warmlaufen. Die Lücke, sagen die Kritiker, behindert EU-Bemühungen um schnellere Dekarbonisierung in den globalen Industrien und verzerrt den Wettbewerb jener Unternehmen, die sich an strengere Klimaregeln halten. Wer kontrolliert das? Unklar bleibt, welche Stelle prüft, ob die fünfundzwanzig Prozent dort ankommen, wo Schlacke dampft und Staub das Licht der Hallen schluckt.

Die Erweiterung zielt auf die gesamte Kette — auch über See. Also die Seeleute. Bio-Methanol, dessen Flamme anders brennt als Schweröl. Wasserstoff, der eigene Gefahren mitbringt. Schulung wird Pflicht, Personalmangel bleibt der Riss im Kiel. Arbeitsbedingungen an Bord sind kein Randthema; sie sind Bedingung dafür, dass eine grüne Lieferkette nicht auf dem Rücken jener lastet, die unter Deck die Schraube halten.

Offen bleibt die eine Frage: Wer kassiert die fünfundzwanzig Prozent — die Hersteller, die ihre Anlagen wirklich umrüsten, oder jene, die nur ihre Bilanz umrüsten? Beide tragen denselben Stempel. Die Erde kennt den Unterschied. Sie liest keine Geschäftsberichte — sie liest Bohrkerne.

Dass Wasser immer den Weg des geringsten Widerstands geht, war nie eine Meinung. Es war Physik.

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