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Wer besitzt das Molekül?

5. Juli 2026 — — — Dr. L. Rath

Karikó baute das Molekül. Die Konzerne bauten den Käfig darum. Die Geschichte der mRNA-Technologie ist seit Jahren ein Schlachtfeld der Schutzrechte – und die jüngste Entscheidung im Patentstreit zwischen BioNTech, Pfizer und Moderna verschiebt die Frontlinie. Moderna gewann, weil die Kammer die Nutzungserlaubnis aus eigener Lizenz als widerrufen ansah. BioNTech und Pfizer können in Berufung gehen. Was bleibt, ist ein Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist – und ein Verfahren, das weiter Kapital bindet.

Parallel die stille Übereinkunft: 740 Millionen US-Dollar fließen an CureVac und GSK, dazu Lizenzgebühren auf künftige US-Umsätze. Die Vereinbarung räumt Schutzrechtsfragen ab und ebnet den Weg, CureVac in BioNTech zu integrieren. Wer hier verkauft, hat vor Jahren auf das falsche Pferd gesetzt. Wer hier kauft, sichert sich ein Patentportfolio, das die Konkurrenz braucht.

BioNTechs Bruttomarge hat sich halbiert. Comirnaty, einst Vollpreis-Produkt, ist zum preisgünstigen Angebot geworden. Die Pandemie ist vorbei, der Markt gesättigt, die Kassen verhandeln hart. Also fließt Geld in Forschung und Entwicklung – kurzfristig drückt das die Ergebnisse, langfristig könnten Zulassungen gegen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen folgen.

Was die Pressemitteilung nicht sagt: Forschung kostet – und wer sie bezahlt, bestimmt, was erforscht wird. Karikós Entdeckung bleibt die Basis. Doch die Pipeline gehört den Aktionären, nicht der Ärztin. Offen bleibt, welche Indikation Priorität erhält – die lukrative oder die notwendige. Und wer in der Berufung welche Studien vorlegen wird, um das Urteil zu kippen.

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