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Power of Siberia 2: Der Deal, der Europas Energiezukunft umschreibt

5. Juli 2026 — — — Hollis

1937. Jemand dreht den Hahn auf. Jemand dreht ihn zu. Beides kostet Leben.

Ich hab auf den Ölfeldern gearbeitet. Ich weiß, wie eine Pipeline riecht, bevor sie jemand ankündigt. Diesmal riecht sie nach kaltem Stahl — und nach Geld, das von West nach Ost fließt.

China hat sich gesichert, was Europa weggeworfen hat. Power of Siberia 2 bringt stabiles, billiges Gas dorthin, wo verhandelt wird, nicht dorthin, wo Sanktionen verhängt werden. Die EU hat die Nutzung der Nord Stream-Pipelines verboten — die Energiebeziehungen zwischen Europa und Russland sind zerrissen. Deutschland zahlt die Rechnung: höhere Energiekosten, wirtschaftliche Schwierigkeiten, kalte Werke.

Nord Stream 2 AG hat einen Schuldenschnitt gemacht. Bilanz geglättet, Investoren angelockt. Unklar bleibt, wem die Schulden jetzt gehören und wer die Hintertür offenhält, während alle auf die Vordertür starren.

Gazproms europäische Exporte sind eingebrochen, seit der Angriff auf die Ukraine das Geschäft zertrümmert hat. Finanzieller Verlust, wirtschaftliche Lage verschlechtert — der Konzern braucht neue Märkte wie China. Peking hat verhandelt. Komplexe Verhandlungen, günstigere Preise, weniger Garantien für den Gasabsatz. Wer verliert? Wer gewinnt?

China gewinnt. Gazprom überlebt. Europa zahlt.

Energie fließt dorthin, wo sie gebraucht wird — und dorthin, wo sie bezahlt wird. Die EU hat sich selbst aus dem Spiel genommen. Die Pipeline-Projekte spiegeln Verschiebungen in der globalen Energieversorgung und den Handelsbeziehungen. Die Frage ist nicht, ob das Gas existiert. Es existiert. Die Frage ist, wer es jetzt bekommt.

Ich trinke Bier. Aus Prinzip.

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