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Brüssel öffnet die Schleuse: Gratis-Emissionen für die Konzerne

5. Juli 2026 — — — Hollis

Ich hab auf den Bohrfeldern gesehen wie das läuft. Jemand bohrt. Jemand verkauft das Loch. Jemand kassiert. Wer zahlt? Der, der tankt.

Genau so läuft es in Brüssel. Die EU-Kommission plant, die kostenlose Zuteilung von CO2-Zertifikaten zu verlängern. Verstehen Sie, was das heißt? Konzerne dürfen weiter verschmutzen — ohne zu zahlen. Und der Klima- und Transformationsfonds? Der wird ausgehungert. Weniger Geld für Wind, Solar, Wärmepumpe. Weniger Geld für die, die am unteren Ende der Zapfsäule stehen.

Ich kenn den Geruch. Pipelines, die nach nichts riechen. Männer, die nach zu viel riechen.

Die Reform soll angeblich das Überangebot reduzieren. Schön. Sie sieht vor, das Angebot zu verkleinern und einen Teil der Zertifikate aus dem Markt zu nehmen, um den Preis zu erhöhen. Aber gleichzeitig will man reicheren Mitgliedstaaten eine langsamere Reduktion des CO2-Ausstoßes zugestehen. Wettbewerbsfähigkeit, sagen sie. Das sagen sie immer, wenn sie den Kleinen die Kosten überlassen.

Der Preis für CO2-Zertifikate liegt niedriger als erwartet. Weniger Anreiz zum Sparen. Weniger Druck zu investieren. Ab 2027 wird der CO2-Preis marktbasiert — deutlich über dem aktuellen deutschen Niveau. Erste Handelsergebnisse deuten auf bis zu 18 Cent mehr pro Liter Benzin hin.

Achtzehn Cent. Für Sie an der Zapfsäule. Für mich an der Zapfsäule. Für jeden, der morgens zur Arbeit fährt.

Die Einführung eines Mindestpreises von 20 Euro pro Tonne CO2 könnte die Einnahmen der EU-Mitgliedstaaten erheblich steigern. Aber wer blockiert das? Welche Stimme flüstert in welchem Boardroom, dass man den Preis lieber nicht anhebt? Die Kommission schweigt dazu.

Offen bleibt, wer genau von der Verlängerung der Gratis-Zertifikate profitiert. Klar ist nur: Jemand dreht den Hahn auf. Jemand dreht ihn zu. Und wir zahlen den Preis.

Ich trink mein Bier. Aus Prinzip. Und ich warte auf den Tag, an dem die, die das entschieden haben, mal selbst tanken müssen — ohne Firmenwagen, ohne Spesen, ohne Pipeline nach Brüssel.

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