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Die Brache die keiner will

5. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

1937. Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu.

Es gibt eine Methode, die zu achtzig Prozent wirkt gegen Schädlinge. Schwarzbrache. Der Boden liegt, das Ungeziefer hungert aus. Kein Gift, kein Restrisiko, keine toten Bienen. Nur Ertrag, der in der Zwischenzeit fehlt. Und weil Ertrag fehlt, bleibt die Brache unbeachtet. Unbeackert. Unbegehrt. Eine Wunde, die niemand sehen will, weil die Wunde heilt.

Wer bezahlt das brachliegende Feld? Die Politik nicht. Die Förderung nicht. Der Markt schon gar nicht. Was bleibt, ist Acetamiprid. Ein Neonicotinoid, das zehntausendmal giftiger für Weichwanzen ist als bisher angenommen. Die Forschung hat nachgezählt. Die Hersteller wussten es, bevor sie es wissen mussten.

Die EU hat drei Neonicotinoide verboten. Eine Geste nach außen. Die Hersteller entwickeln derweil ähnliche Insektizide — die Chemie wandert, der Schaden bleibt. Das Problem löst sich nicht, es zieht um. Die Monokultur auf immer größeren Flächen bleibt bestehen. Sie trägt erheblich zum Insektensterben bei. Wenig Raum für Artenvielfalt. Viel Raum für den Schädling, der sich vermehrt.

Alternative Methoden — sie existieren. Sie sind weniger attraktiv, heißt es. Weniger attraktiv für wen? Für die Bauern, die vom Hektar leben. Für die Konzerne, die vom Liter leben. Attraktivität ist eine Frage des Preises. Nicht der Wirkung. Nicht der Erde.

Acetamiprid wird weiterhin eingesetzt. Trotz bekannter Risiken für Mensch und Umwelt. Die neuen Regeln sind Teil der EU-Strategien für nachhaltige Nahrungsmittelsysteme und Umweltschutz. Teil des Europäischen Grünen Deals, der Farm-to-Fork-Strategie. Worte aus Brüssel. Papiere, die verstauben. Auf dem Acker zählt nur, was die Bank verlangt.

Was bleibt, ist die Brache. Und die Frage, wer sie bezahlt.

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