Drittanbieter fordern Einlass in Metas KI-Festung
Die Drähte summen. Brüssel legt den Hebel an. Vorläufige Maßnahmen sollen Drittanbieter während einer laufenden Wettbewerbsuntersuchung in Metas KI-Plattformen hineinzwingen — nicht warten, bis das Urteil fällt, sondern jetzt schon das Tor aufstoßen. Die Begründung ist nüchtern. Die Botschaft nicht. Wer den Zugang kontrolliert, kontrolliert den Markt.
Im Zentrum steht WhatsApp. Meta hat seine Kontrolle über die KI-Integration in WhatsApp Business verschärft und den eigenen AI-Assistenten als einzige verfügbare Lösung festgelegt. Eine kleine Änderung in den Nutzungsbedingungen, eine große Verschiebung im Machtgleichgewicht. Die Prüfung zielt darauf, sicherzustellen, dass Metas Richtlinien anderen KI-Anbietern den Zugang zur Plattform nicht systematisch erschweren. Der Verdacht wiegt schwer, die Beweislage wird dichter.
Meta weist die Vorwürfe zurück. Alternative Zugangsmöglichkeiten für KI-Dienste bestünden, heißt es aus Menlo Park. Wer diese Alternativen nutzt, wird nicht gesagt. Die Änderungen in den Nutzungsbedingungen erzählen eine andere Geschichte: KI-Tools werden in Big-Tech-Plattformen zentralisiert, der Hebel sitzt im Kleingedruckten.
Ein Muster, das Ermittler kennen: Clearview AI hat über Jahre massenhaft Gesichtsbilder aus dem Internet gesammelt — erhebliche rechtliche Herausforderungen und Datenschutzbedenken inklusive. Wo Datenmacht wächst, kommt die Aufsicht zu spät. Die Strukturen ähneln sich: Monopolisierung des Zugangs, Zentralisierung der Werkzeuge, Externalisierung der Kosten.
Und während die Wettbewerbshüter ermitteln, schließt Meta weiter bedeutende Verträge mit Regierungsbehörden ab — trotz der rechtlichen und regulatorischen Hindernisse. Kein Widerspruch. Strategie. Wer mit Staaten Geschäfte macht, baut sich einen Schutzwall, den kein Kartellverfahren so schnell einreißt.
Die Frage ist nicht, ob Meta Regeln bricht. Die Frage ist, in wessen Händen die KI-Infrastruktur von morgen liegt — und wer den Stecker zieht, wenn es darauf ankommt. Unklar bleibt, welche konkreten Drittanbieter bislang ausgesperrt wurden.