INNOVATION ALS AUFTRAG: VOM LABOR ZUR MASCHINE, VOM STAAT ZUM SCHATTEN
Mariana Mazzucato hat eine Flugschrift verfasst — sie hätte sie auch aus dem Cockpit schreiben können. Wer zahlt, fliegt. Wer nicht zahlt, schaut nach oben. In einer Zeit, in der Klimawandel, wachsende Ungleichheit und gezielte Manipulation von Informationen die Navigationskarten neu zeichnen, reicht der alte Kurs nicht. Das Innovationsökosystem braucht eine gründliche Überholung.
Mazzucato plädiert für eine Reform des Kapitalismus: Regierungen sollen nicht länger Wetterstation am Rand sein, sondern den Kurs setzen. Sie widerlegt das Märchen, technologische Durchbrüche kämen aus privaten Garagen. Die entscheidende Finanzierung floss stets aus staatlichen Tanks. Der Preis, sagt sie, könne nicht länger als alleiniger Wertmaßstab gelten. Wert entsteht im Auftrag, in der Richtung, in der Verantwortung.
Das MCR1-Luftfahrzeug landet auf dem Rollfeld: dreieckig, mit tandemrotierenden Propellern und hybrid, erreicht es ein Payload-to-Weight-Verhältnis von 5,5 zu 1. Die DARPA Lift Challenge hatte 4 zu 1 verlangt. Die historischen Errungenschaften, einst durch Vannevar Bushs Vision ermöglicht, stehen im scharfen Kontrast zu den heutigen Anforderungen, die nach neuen Ansätzen rufen — und beweisen, dass öffentlich finanzierte Ambition noch immer den Auftrieb liefert, den private Kassen allein nicht erzeugen.
Doch wo Auftrag ist, ist auch Schatten. Dieselbe Maschinerie, die Innovation trägt, lässt sich lenken. Michael Flynn, einst Nationaler Sicherheitsberater, ist wegen falscher Angaben zu seinen Kontakten mit russischen Vertrettern zurückgetreten und hat ein Geständnis abgelegt. Es gibt Hinweise, dass er unter Anweisung eines hochrangigen Mitglieds des Trump-Übergangsteams gehandelt hat. Unklar bleibt, welche Strukturen diese Anweisung trugen. Die Frage lautet nicht nur, wer erfindet. Sie lautet, in wessen Auftrag — und mit wessen Schatten an Bord.