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DAS BROT HAT BESITZER, DER ES SÄT FEHLT

5. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Das Brot auf deinem Tisch. Der Aufschlag, den du zahlst, fließt nicht dem Bauern zu. Er fließt den Ketten, den Verarbeitern, den Konzernen. Das ist die Logik des Marktes, sagt man. Das ist das Schweigen der Macht, sage ich.

Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel hat zugenommen. Die Preisaufschläge verschieben sich — weg vom Erzeuger, hin zu denen, die zwischen Hof und Teller stehen. Wenige Konzerne bestimmen, was die Stadt zahlt, was der Landwirt erhält. Die Spanne dazwischen ist ihr Gewinn. Das System ist kein Zufall. Es ist gebaut.

Doch die Macht beginnt nicht im Regal. Sie beginnt auf dem Acker. Saatgut, Pestizide, Landmaschinen — wenige Konzerne teilen diese Märkte unter sich auf. Sie sitzen in Ausschüssen. Sie sprechen bei Ministerien vor. Sie schreiben an Gesetzen mit. Wer entscheidet, was auf dem Feld wachsen darf, entscheidet, was auf dem Tisch liegt. Wer das Korn patentiert, besitzt das Leben.

Manche sagen, große Konzerne könnten kooperieren, wenn es zählt. Das Scheitern des EU-Rüstungsprojekts FCAS widerlegt das. Selbst dort, wo sich Staaten zusammentun wollten, scheiterten sie an konkurrierenden Konzerninteressen. Wer teilt, will herrschen.

Während im Iran die Straßen brennen und in Deutschland eine Wahl auf der Kippe steht, starren die Städte auf die Schlagzeilen. Die Felder nicht. Die Felder gehorchen dem Markt — und der Markt gehorcht denen, die ihn gemacht haben.

Unterdessen wird das Tierwohl umgeschrieben. Die ausgestalteten Käfige für Legehennen sind abgeschafft. Sauenhalter stehen vor neuen Fristen. Der Handel verkauft das als Fortschritt. Die Rechnung trägt der Hof.

Dazu die Bürokratie. Pflanzenschutz, Dokumentationspflichten, die EU-Entwaldungsverordnung — jedes Hektar Erde bekommt sein Hektar Papier. Kleine Höfe ertrinken zuerst. Große schicken Anwälte.

Saatgut-Monopole, Landgrabbing, die Macht der Agrarkonzerne — diese Themen werden bleiben. Solange sich die Erde von denen verkaufen lässt, die sie nicht bearbeiten, solange das Korn nicht dem gehört, der es sät, solange erzählt das Brot die gleiche Geschichte.

Was bleibt: der leere Teller.

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