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Modernas lizenzfreie Freiheit — was der Patentstreit wirklich freischaltet

6. Juli 2026 — — — Prof. Kessler

Die Pfeife glimmt. Dreißig Jahre Laborluft, jetzt nur noch Druckerschwärze. Ich rieche den Deal, bevor ich ihn lese.

Moderna hat sich mit Pfizer und Biontech geeinigt. Die Vereinbarung ermöglicht dem Unternehmen, die Kerntechnologie der mRNA-Impfstoffe ohne zukünftige Lizenzgebühren zu nutzen — was die Entwicklung neuer Impfstoffe erleichtert. Sagen sie. Ich höre: kein Geld mehr an die Konkurrenz für das eigene Verfahren. Wer profitiert? Moderna. Wer schweigt? Die Investoren, die jetzt wissen, dass die Gewinnmarge nicht länger durch Lizenzzahlungen schmilzt.

Die Beilegung des Patentstreits könnte Modernas Investitionsperspektive verbessern, indem sie rechtliche Unsicherheiten beseitigt und die Nutzung der LNP-Technologie für zukünftige Impfstoffe ermöglicht. LNP — Lipid-Nanopartikel, die Fettkügelchen, die die mRNA in die Zelle schleusen. Beide Technologien nutzen genetische Informationen, um eine Immunantwort zu erzeugen. Sie unterscheiden sich in der Art des Transports dieser Informationen. Klingt technisch. Ist es auch. Doch die Transportfrage ist die Machtfrage.

Moderna plant, gegen die Entscheidung des Europäischen Patentamts Beschwerde einzulegen. Das Patent EP 3 718 565 B1, das einen mRNA-basierten Impfstoff für Betacoronaviren beschreibt, wurde für ungültig erklärt. Ungültig. Ein Wort, das in Anwaltskanzleien Gold wiegt. Moderna hat rechtliche Schritte gegen Pfizer und Biontech wegen vermuteter Patentverletzungen eingeleitet — und gleichzeitig ein eigenes Patent verloren. Die Waage kippt.

Dann Bayer. Bayer wirft den Impfstoffherstellern Patentverletzungen vor, die auf Technologien zurückgehen, die von der Bayer-Tochter Monsanto entwickelt wurden. Monsanto. Das Wort allein öffnet Archive, die kein Reporter betreten will. Wer hat diese Klage lanciert? Warum jetzt? Unklar bleibt, welche Strukturen hier mitspielen — und wer im Schatten dieses Konglomerats mitverhandelt.

Die deutsche Impfkampagne ist laut Moderna durch den Rechtsstreit nicht gefährdet, da Moderna nicht die Entfernung des Impfstoffs vom Markt anstrebt. Beruhigung. Klingt nach Versprechen, die ich schon zur Genüge gehört habe.

Fragt sich nur, wessen Ruhe das ist — und wer sie am Ende bezahlt.

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