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Glyphosat vor Gericht: Die Ernte der Konzerne

6. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Dreizehntausend Kläger. Eine Jury, die zwei Milliarden Dollar sprach. Eine Regierung, die den Schild hält. Und ein Konzern, der sagt: sicher. Wer hier wem glaubt, entscheidet sich am Acker.

Bayer hat Monsanto geschluckt und mit ihm die Klageflut. Dreizehntausend Bauern, Gärtner, Erkrankte warten auf Vergleich. Verloren wird Prozess um Prozess, Berufung folgt Berufung, und am Ende stehen Zahlen, die das Investorenkapital beben lassen. Die Übernahme, einst als strategischer Triumph gefeiert, wird zur offenen Wunde. Wer zahlt, wenn das Gift vor Gericht kippt?

Die US-Regierung und Bayer ziehen am selben Strang. Man will Glyphosat-Hersteller vor Konsequenzen schützen, während die Klagen Rekordniveau erreichen. Die Zuständigkeit für Warnhinweise und Haftung steht zur Debatte – fällt die Entscheidung gegen die Konzerne, bricht ein Damm. Die gesamte Branche steht im Schatten dieses Urteils. Wer haftet, wenn das Feld krank macht?

Ein Gremium der WHO stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. Bayer weist das zurück. Kein Schuldeingeständnis im Vergleich, betont der Konzern, nur Entlastung. Die Strategie ist erkennbar: Unsere Stimme gegen die der Wissenschaft, unsere Anwälte gegen die Geschädigten, unsere Macht gegen dreizehntausend Einzelne.

Kommt der Vermarktungsstopp, bricht der Agrarmarkt auf, den Bayer sich gebaut hat. Glyphosat war das Fundament des Geschäftsmodells. Fällt es, fällt mehr. Unklar bleibt, wer in den Ministerien den Hebel hält, wenn die Beweise längst auf dem Tisch liegen. Was bleibt, ist Erde, die nicht lügt.

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