BIS ENDE DES JAHRZEHNTS — DARPA, AFRL, NASA und der fünfte Gang
Drei Buchstaben stehen über dem Projekt: DARPA. Darunter: AFRL, NASA. Darunter eine kleine Industrie — Venus Aerospace, Hermeus — und ein Y-förmiger Schatten, der noch keinen Namen trägt.
Das NextRS-Programm will Mach 5 und mehr kombinieren mit geringer Sichtbarkeit. Zwei Bedingungen, die sich physikalisch beißen. Wer das löst, löst den nächsten Krieg. Wer profitiert? Die Auftragnehmer, deren Bücher wachsen. Wer verschweigt? Die Labore, deren Testberichte unter Verschluss bleiben.
Venus Aerospace baut einen RDRE-Antrieb. Hermeus arbeitet am Quarterhorse mit dem Chimera-Antriebssystem. Beide Namen klingen wie Rennpferde, nicht wie Waffen. Beide liefern Geschwindigkeit. Beide werden bezahlt, während die Öffentlichkeit „technische Meilensteine" applaudiert.
DARPA entwickelt einen Hyperschallbomber im Y-Konzept, ausgestattet mit TBCC-Antrieb. Schnell. Flexibel. „Flexible Angriffe" — das Wort fällt leicht wie ein Start. Wer die Reichweite kontrolliert, kontrolliert die Geografie. LongShot geht weiter: unbemannte Flugzeuge, gestartet von größeren Maschinen, eine Staffelung der Lüfte, gestaffelte Wirkung.
Dann der Unfall. Das HAWC-Programm liegt bereits hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Windkanaltests gelaufen, Fallschirm-Rückgewinnung getestet, Waffenabwurfsysteme demonstriert. Die Erfolgsmeldungen füllen die Pressemitteilungen. Was sie nicht füllen: die Frage nach dem Unfallhergang. Unklar bleibt, welche Daten verloren sind.
USAF und DARPA testen weiter — Tactical Boost Glide-Demonstratoren ohne Booster, den ARRW-Prototyp. Bis Ende des Jahrzehnts soll ein Prototyp stehen. In der Luftfahrt ist das kurz. In der Kriegsgeschichte ist das eine neue Ära.
Die Architektur ist sichtbar: Behörde, Auftragnehmer, Forschungsstätte. Die Verantwortung diffundiert in drei. Das Geld fließt in eine Richtung. Wer am Ende den Auslöser drückt — das bleibt offen.
Der Himmel gehört denen, die ihn kontrollieren. Wer kontrolliert die Kontrolleure?