DEIN RISIKO, IHR GEWINN
Sag mir, wer zahlt, und ich sag dir, wer schweigt.
Deutschland, 2019 bis 2021: Siebtgrößter öffentlicher Geldgeber für fossile Brennstoffe weltweit. Klingt nach Pokerturnier. Ist keins. Ist die Reihenfolge, in der unser Geld fließt — in eine Industrie, die uns die Luft zum Atmen wegspart.
Der IWF rechnet vor: 1.300 Milliarden Dollar direkte Subventionen für fossile Brennstoffe, allein 2022. Größter Brocken: Erdgas. Klingt sauberer als Kohle. Ist der nächste Trugschluss, den uns die Konzerne als Fortschritt verkaufen.
Subventionen sind kein Geschenk. Sie verlagern Risiko. Der private Investor bekommt seine Garantie, der Steuerzahler die Rechnung, wenn das Loch trocken bleibt. Exxon schreibt Gewinne. Wir schreiben die Verluste. So funktioniert das.
Aserbaidschan. Faktor 1.800. Achtzehnhundert Mal mehr Subvention für fossile Energien als für Klimaschutz. Ich hab mich nicht verschrieben.
Industriestaaten zwischen 2010 und 2022: 2,7 Billionen Dollar für fossile Energien. 437 Milliarden für internationale Klimafinanzierung. Das ist kein Verhältnis mehr. Das ist die Asymmetrie, die den Planeten frisst.
Corona kam. Die Subventionen waren vorher leicht gesunken. Ein Drittel dieses Rückgangs? Gesunkene Ölpreise. Keine Politik. Kein Umdenken. Steigen die Preise, fließt das Geld wieder. Die Mechanismen bleiben.
Einige G20-Länder haben ihre Unterstützung in der Pandemie sogar erhöht. Während Hitzewellen Europa flachlegen. Während Bauern ihre Ernte verlieren. Während die Flüsse austrocknen.
Offene Frage: Welche Aufsichtsräte sitzen in den Banken, die diese Garantien ausstellen? Welche Strippen laufen zwischen Berlin, Frankfurt, Houston, Riad? Unklar bleibt, wer hier wen schützt.
Die Subventionen verzerren den Wettbewerb. Sie halten eine Industrie künstlich am Leben, die längst hätte sterben sollen.
Wer profitiert? Nicht wir. Wer entscheidet? Nicht wir. Wer schweigt? Die, die es wissen.
Trink dein Bier. Lies die Zahlen.