FLÜSSIGGALS ALS WARTEZEIT — WER HIER WIRKLICH GEWINNT
LNG kostet mehr als Pipeline-Gas. Das wissen alle. Das sagt keiner laut genug. Man nennt es „Übergangslösung". Das klingt nach Warten auf den Bus. In Wahrheit warten wir auf Russland. Dass die Leitung wieder offen gedreht wird. Dass das Geschäft weitergeht wie vorher. Wer bezahlt das Warten? Ich sag es Ihnen gleich.
Auf Krk wird ausgebaut. Kroatien, EU. Diversifizierung heißt das Wort. Heißt: mehr Quellen, mehr Terminals, mehr Geld in Beton und Stahl. Diversifizierung klingt nach Freiheit. Riecht nach Auftrag. Wer die Aufträge bekommt, fragt niemand laut.
Polen sitzt mittig. Mittig in Europa. Das macht den Knotenpunkt. Pipeline-Netz, schwimmende Terminals — FSRU heißt das Zauberwort. Floating Storage Regasification Unit. Übersetzt: ein schwimmender Gastank legt an, speist ein, wird zu Geld. Polen plant ein weiteres LNG-Terminal. Mehr Kapazität. Mehr internationale Käufer angelockt. Der Markt wird gelockt wie ein Hund mit Wurst.
PORR baut mit. PORR ist im Spezialtiefbau für LNG-Terminals vorne mit dabei, in ganz Europa, konventionelles und Bio-LNG. Die haben schon über dreihundert Kilometer Pipeline für Gaz-System gebaut. Wer Gaz-System kennt, weiß: das ist kein Wohltätigkeitsverein. Das ist ein Gasriese mit Staat im Rücken.
Greenpiles heißt die Innovation. Klingt nach Öko. Soll Umweltverträglichkeit sichern, CO₂ runter. Klingt gut. Solche Sätze stehen in jedem Pressetext. Solche Sätze kosten nichts. Kosten tut das Gas.
Ich sage Ihnen, was es kostet: LNG aus der Flasche ist teurer als Gas aus der Leitung. Immer. Und solange das teure Zeug fließt, fließt Geld — in die Baukästen von PORR und Konsorten, in die Vorstandsetagen, in die Lobbys in Brüssel. Wer auf der Rechnung steht, steht nicht in der Zeitung.
Offen bleibt, wer wirklich profitiert, wenn Europa teurer einkauft und Russlands Rückkehr als Option offen gehalten wird. Offen bleibt, warum ein Übergang so viele Jahre braucht.
Biertrinker. Aus Prinzip.