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Geisterhände schreiben mit: Wem gehört die Forschung?

7. Juli 2026 — — — Dr. L. Rath

Es gibt Texte in der Medizin, deren wahre Verfasser unsichtbar bleiben. Ghostwriting nennt man das Geschäft. Ein Auftraggeber bestellt, ein Schreiber formuliert, ein namentlich genannter Autor setzt seinen Namen darunter — und die Karriere nimmt ihren Lauf. Professionelle Gruppen arbeiten derzeit an Richtlinien für transparente Autorenschaft, um diese Praxis zu beenden. Sie ist kein Kavaliersdelikt. Sie untergräbt das Fundament, auf dem ärztliche Entscheidungen ruhen.

Das Problem verschärft sich, wenn die Forschung selbst zum Produkt wird. Bei der Zulassung der Covid-19-Impfstoffe etwa lagen Daten vor, die keinen Beleg für die Verhinderung der Infektionsübertragung lieferten. Die EMA bestätigte in einem Schreiben, dass die Vakzine nicht zur Transmissionsverhinderung zugelassen sind, sondern zum Schutz der Geimpften. Studien zeigen zwar, dass die Impfstoffe die Übertragung verringern können — neu aufkommende Varianten reduzieren diese Wirkung. Die Maßnahmen, die auf Grundlage der Impfung getroffen wurden, bleiben, gemessen am Beleg, eine Wette.

Genau hier beginnt die Frage nach dem Namen. Wer hat das Studiendesign entworfen? Wer hat die Auswertung geschrieben? Wer sitzt im Aufsichtsrat der Firma, die den Auftrag bezahlt? In einer Forschungslandschaft, die von industrieller Drittmittelfinanzierung lebt, verschwimmen die Grenzen zwischen Urheberschaft und Marketing. Ghostwriting ist das sichtbarste Symptom einer Kultur, in der der wahre Verantwortliche nicht in der Fußnote steht.

Die europäische Regulatorik versucht zu antworten. Die EMA hat ihre Richtlinie an die EU-Hinweisgeberschutzrichtlinie angepasst. Die Rollen von OLAF und EPPO bei der Untersuchung von Betrugsfällen sind darin geklärt. Verstöße wurden neu definiert, der Berichtsprozess optimiert, die Bestätigung eingehender Meldungen erfolgt schneller. Das ist Bürokratie, ja. Aber es ist auch ein Gerüst, an dem Whistleblower sich festhalten können.

Was bleibt, ist die offene Frage: Reicht ein Gerüst? Solange Aufsichtsräte, Marketingabteilungen und medizinische Schriftsteller in unterschiedlichen Stockwerken desselben Hauses sitzen, bleibt der Name auf der Publikation eine Visitenkarte — nicht immer eine ehrliche. Die neuen Richtlinien sind ein Anfang. Sie werden nur halten, was sie versprechen, wenn diejenigen, die sie anwenden sollen, bereit sind, den unsichtbaren Verfassern ins Gesicht zu sehen. Ich habe zu viele Beipackzettel gelesen, um zu glauben, dass Transparenz vom Himmel fällt. Sie wird erkämpft. Zeile für Zeile.

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