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Hahn zu, Kasse auf: Wer verdient am LNG-Verbot 2027?

8. Juli 2026 — — — Hollis

Ab Januar 2027 dreht die EU den Hahn zu. Russisches LNG, langfristige Verträge — verboten. Klingt nach Sauberkeit. Nach Prinzip. Nach einer Strafe, die ankommt.

Kommt sie?

Ich hab auf den Ölfeldern von Texas gearbeitet. Ich hab gesehen, wie das schwarze Zeug aus der Erde kam. Und ich hab gesehen, wessen Hände danach sauber blieben. Die mit dem Pipeline-Geruch saßen in Büros. Also riech ich jetzt den Büros hinterher.

Die EU hat ein Sanktionspaket geschnürt, das den Energiesektor und Finanzdienstleistungen trifft. Schön verpackt in Diplomatie. Aber ich frag mich: Wer hat das eigentlich geschrieben? Die Konzerne in Houston, die längst neue LNG-Terminals hochziehen? Die Kataris, die ihre Lieferverträge umschreiben können, während wir noch über Moral reden?

Währenddessen reagieren die G-7 auf Chinas Neue Seidenstraße mit einer Milliardeninitiative. Geopolitische Einflussnahme kontern, heißt es. Klingt nach Pipeline-Krieg mit anderen Mitteln. LNG ist nicht nur Brennstoff. LNG ist Gewehr.

Und hier wird es interessant. Die Familie Gurinov kontrolliert indirekt SERVICE-TELECOM — systemrelevant in Russland, sagt man selbst. Also wichtig genug, um nicht zu fallen. Aber dieselben Gurinovs haben ihre Geschäftsstrukturen angepasst. Vermögenswerte zwischen London und Russland aufgeteilt. Sanktionen umgehen, nennt man das. Strukturierte Sauberkeit.

Unklar bleibt, wie viel LNG über solche verschachtelten Konstrukte fließt. Unklar bleibt, wer in Brüssel weiß, welche Namen auf welchen Verträgen stehen. Unklar bleibt, warum ein Embargo, das erst 2027 greift, den Akteuren ein Jahr Geschenkzeit gibt, ihre Bücher neu zu schreiben.

Ursula von der Leyen betont, wie wichtig die G-20 für Entwicklungsländer seien. Lehnt Boykott ab, selbst wenn Putin teilnimmt. China kontert: politische Manipulation, Souveränität, Zusammenarbeit. Die G-7 fordern Menschenrechte in Hongkong und Xinjiang.

Alles Bühne. Alles Worte.

Ich will Zahlen. Ich will Namen auf Verträgen. Ich will wissen, wer am ersten Januar 2027 einen Käufer weniger hat — und wer dafür zwei mehr bekommt.

Denn wer den Hahn zudreht, hat den anderen schon auf.

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