Null Tote unter Evusheld, Tote unter Placebo — wer hat die Studie gezahlt
Die Zahlen liegen vor. Sie sind eindeutig, und sie sind unangenehm für jeden, der sie nicht wahrhaben will. In der Evusheld-Gruppe der zulassungsrelevanten Studie: keine schweren COVID-19-Verläufe, keine Todesfälle. Im Placebo-Arm: schwere Fälle, Todesfälle. Das ist kein Randbefund. Das ist die Trennlinie zwischen einem Molekül, das wirkt, und einem Kochsalzlöffel, der es nicht tut.
Evusheld, Wirkstoffname AZD7442, ist ein Antikörper-Cocktail. Eine Einzeldosis, intramuskulär, keine Impfung, keine mRNA, keine Vektorplattform. Die Studie beziffert das Risiko symptomatischer COVID-19-Erkrankungen um 83 Prozent reduziert, das Risiko schwerer Verläufe oder Tod um 88 Prozent. Die Schutzwirkung hält mindestens sechs Monate. Sechs Monate, in denen ein Mensch mit geschwächtem Immunsystem — Transplantierte, Krebspatienten unter Therapie, Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten — nicht auf die Lotterie der Impfantwort angewiesen ist.
Die Studie zeigt zudem Wirksamkeit gegen die Delta-Variante, gegen jene Linie also, die die Krankenhausstatistik jener Wochen gefüttert hat. Eine nicht-vakzinbasierte Prävention, maßgeschneidert für die Gruppe, deren Antikörperantwort auf herkömmliche Vakzine schwach oder gar nicht messbar ausfällt. Das ist die Patientengruppe, die zwischen den Zeilen der Pandemiepolitik verschwand. Zu teuer in der Logistik, zu wenige in der Stimme, zu unbequem in der Erzählung.
Die offene Frage bleibt: Wer hat diese Studie bezahlt, wer hat sie nicht bezahlt, und warum landet dieses Sicherheitsprofil nicht auf jedem Kongressposter der Infektiologie? AZD7442 ist ein Präparat von AstraZeneca. Das Unternehmen sitzt mit denselben Aktionären am Tisch, die auch an den Impfstoffen verdient haben. Wenn ein Antikörper sechs Monate schützt, verschiebt das den Markt für Auffrischungsdosen. Wenn er 88 Prozent weniger Tod bedeutet, verschiebt das die politische Erzählung vom allein rettenden Stich.
Die Pharmakologie macht keine Zugeständnisse an Bilanzen. Die Klassenbeste dieser Studie heißt AZD7442. Wer sie verschweigt, verschweigt keine Daten — er verschweigt eine Entscheidung. Und Entscheidungen, meine Damen und Herren im Aufsichtsrat, haben Verfallsdaten.