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Kreuzzug in Druckbuchstaben: Wie fromme Rhetorik gegen die Ukraine hetzt

8. Juli 2026 — — — Hagen, Oberstleutnant a.D.

Lesen Sie mit. Langsam.

Ein Text verquickt religiöse und historische Bezüge mit aggressiver, dehumanisierender Sprache gegen die Ukraine und ihre Führung. Wozu das gut ist? Öl ins Feuer. Wer das macht, weiß was er tut.

Russland boykottiert die Entscheidung, kann sie im UN-Sicherheitsrat mit dem Veto blockieren. Moskau spielt die Karte, die es seit Jahrzehnten hält. Gleichzeitig schreibt der Text fromme Bilder in die Hetze — die Logik ist alt. Funktioniert. Immer. Heißt Feind. Heißt Sünde. Heißt: schießt weiter.

Der Internationale Gerichtshof hat Russland aufgefordert, die Gewalt zu beenden. Ein rechtliches Signal. Aber die Fälle des IStGH konzentrieren sich überwiegend auf Afrika. Bürger mächtigerer Staaten werden kaum belangt. China, Russland, die USA: Das Rom-Statut nicht ratifiziert. Die Effektivität? Auf dem Papier vorhanden, in der Realität ein selektives Werkzeug.

Hier beginnt das Spiel. Gaddafi wurde verfolgt, obwohl Libyen nicht Mitglied war — Entscheidung des Sicherheitsrats. Beliebig. Und jetzt: ein Text, der genau diese Selektivität anprangert und gleichzeitig mit religiöser Inbrunst gegen die Ukraine hetzt. Wem nützt das? Wem nützt die fromme Verpackung der Aggression? Wem nützt die berechtigte Kritik an überforderter Justiz, wenn sie zur Waffe gegen ein angegriffenes Land wird?

Die Struktur ist erkennbar. Das ist Methode.

Unklar bleibt, wer diesen Text verfasst hat und wer ihn verbreitet. Aber die Mechanik kenne ich: Feindbilder schmieden, mobilisieren, rechtfertigen. Die Front verläuft nicht nur auf dem Schlachtfeld. Sie verläuft durch die Sprache. Und wer die Sprache kontrolliert, kontrolliert, wer als Mensch gilt und wer nicht.

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