Gas und alte Kameraden: Wie Gazprom sich Europas Hinterzimmer kaufte
Ich hab auf den Ölfeldern gelernt, dass nichts umsonst ist. Pumpen kostet Geld, Pipelines kosten mehr, und stilles Schweigen in einem Aufsichtsrat kostet am meisten.
Nehmen wir Gerhard Schröder. Deutschland regiert, dann landet er bei Gazprom. Rosneft. Nord Stream. Nicht weil er plötzlich Energieexperte war — sondern weil er nützlich war. Die Tür, sein Händedruck, sein Name: Devisen, die in Rubel bezahlt werden. Die Verbindungen zwischen Gazprom und ehemaligen europäischen Persönlichkeiten zeigen, wie ein Rohstoff zur Waffe wird, lange bevor die Pipeline überhaupt steht.
Dahinter steckt kein Zufall. Gazprom nutzt komplexe Firmenstrukturen und Investitionen, um seine Marktanteile in Europa zu erhöhen und die Abhängigkeit der Endverbraucher zu stärken. Verschachtelte Holdings, Tochterfirmen in Zypern, Beteiligungen an Speichern. Wer der wahre Eigentümer ist, verschwindet in Schichten wie zugeschüttete Bohrlöcher. Wenn dein Heizungskeller an einem einzigen Strang hängt, diktiert der Strang den Preis. Und wer daran zieht, diktiert die Politik gleich mit.
Aber die Rechnung geht nicht mehr auf. Die russische Regierung plant eine strategische Neuausrichtung: weg von der alten Struktur, hin zu LNG-Produktion und Exporten nach Asien. Man will die Abhängigkeit von Gazprom verringern, neue Märkte erschließen. Peking statt Berlin. Das ist kein Geschäft mehr. Das ist ein Eingeständnis.
Russland steht vor dem Risiko, seine Wettbewerbsfähigkeit im globalen Energiemarkt zu verlieren. Die Hindernisse sind hausgemacht, Gazproms Dominanz im Gasexport war einmal ein Hebel, heute ist sie ein Klotz am Bein. Wer den Hahn zu lange offen hält, kann ihn nicht mehr schließen, ohne zu bluten.
Unklar bleibt, wie tief die Strippen reichen. Welche Namen noch in Aufsichtsräten sitzen, ohne je gefragt zu werden. Welche Pensionsfonds mit Gasgeld gefüllt wurden. Ermittelt wird — bisher in Zeitlupe. Die Männer, die an dieser Ordnung reich werden, haben nie Öl an den Händen gehabt. Sie haben Verbindungen an den Händen. Das reicht.
Bier. Kein Bourbon. Aus Prinzip.