← Zurück zur Titelseite Gesellschaft

DIE LANGSAME BEHÖRDE UND IHRE PROFITEURE

8. Juli 2026 — — — Dr. L. Rath

Im Mai 2021 unterschreibt Emer Cooke in Amsterdam Papiere für Hundertmillionen Europäer. Chefin der EMA. Was sie unterschreibt, ist ein Bewertungsbericht zum Pfizer-Impfstoff. Darin steht, schwarz auf weiß, was sie nie laut sagen wird: Die RNA-Integrität ist ein Problem. In der ersten Lieferung waren nur etwa 55 Prozent der RNA intakt. Kein Schönheitsfehler. Ein Qualitätsdefizit, das in jeder anderen Branche eine Rückrufaktion ausgelöst hätte.

Der Druck auf die EMA, ihre Behördenmentalität abzulegen, kam von oben — von Regierungen mit eigenen Wahlterminen. Eine Behörde, die sonst Jahre braucht, sollte Monatsfristen liefern. Sie tat es — ohne die Strukturen mitzuliefern, die dieses Tempo bräuchte: keine unabhängigen Kontrollen der Produktionsqualität, keine klare Haftung bei Mängeln, keine prioritäre Belieferung.

Die EU-Verträge mit Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Janssen enthielten keine Bestimmungen zur prioritären Belieferung der Mitgliedstaaten. Kein Zufall. Wer hat verhandelt? Die Kommission. In wessen Auftrag? Nicht der Bürger. Unklar bleibt, welche Berater mit welchen Interessen am Tisch saßen.

AstraZeneca und Janssen lieferten bis Juni 2021 nur ein Drittel der vertraglich vereinbarten Mengen. Ein Drittel. Wo sind die Konsequenzen, wo die Vertragsstrafen? Sie existieren. Sie werden nicht eingefordert. Strukturelles Wegsehen.

Und Sputnik V? Westliche Staaten — auch die EU — haben das Vakzin verhindert, so der Vorwurf. Ich halte dagegen: Sputnik V wurde nicht durch umfangreiche klinische Studien geprüft. Die EU-Zulassung setzt genau das voraus. Verhindert wurde nicht das Mittel, sondern ein Verfahren, das wir anderen Herstellern zugemutet haben. Warum wurde bei mRNA-Studien weniger Transparenz gefordert? Wer hat das zugelassen? Die EMA. In ihren Beratungsgremien sitzen Menschen mit Pharmaverbindungen. Ich nenne das Interessenkonflikt. Die Behörde nennt es Expertise.

1937. Jemand verdient an der Krankheit. Ich benenne ihn.

✦ Ende des Artikels ✦
← Zurück zur Titelseite