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Wellbeing-Index: Die Rechnung, die niemand wollte

8. Juli 2026 — — — Prof. Kessler

1937. Die Wissenschaft verspricht viel. Ich notiere.

Die WHO hat ihren Wellbeing-Index vorgelegt. Er sinkt. Erheblich, während der Pandemie-Einschränkungen. Ich notiere das, wie ich es seit dreißig Jahren notiere: zuerst die Zahl, dann die Schuld.

Die Menschen litten. Nicht ein bisschen. Erheblich. Was bedeutet das wirklich? Wir haben Häuser in Kliniken verwandelt, Kinder in Bildschirme, Alte in Isolation. Im Namen einer Wissenschaft, die sich später als unsicher herausstellte.

Verschiedene Ansichten über den Ursprung des Coronavirus stehen im Raum: natürlicher Übergang oder Laborunfall in Wuhan. Gain-of-Function-Forschung verändert Erreger, erhöht Übertragbarkeit oder Virulenz — Risiken, die wir jetzt kennen. Anthony Fauci, ein führender US-Virologe, widersprach den Vorwürfen gentechnischer Veränderung. Ein US-Unterausschuss veröffentlichte einen Bericht, der einen Laborunfall unterstützt. Wer hat das bezahlt? Wer hat widersprochen? Was wurde nicht gemessen?

Gemessen wird jetzt das Ergebnis: gesunkener Index, volle Wartezimmer, kalte Pfeifen.

Hätte es Alternativen gegeben? Körperliche Aktivität stärkt das Immunsystem, verringert Infektionsrisiken wie Influenza und COVID-19, reduziert Risikofaktoren wie Übergewicht. Ich sage nicht, dass Joggen Pandemien stoppt. Ich sage: Wir hatten Werkzeuge. Wir haben sie links liegen lassen. Angst regierte, nicht Evidenz.

Und anderswo wird die Erzählung poliert. Chinas Wirtschaftsleistung wächst langsamer, Jugendarbeitslosigkeit ist hoch — Herausforderungen, die in chinesischen Medien kaum vorkommen. Stattdessen nutzen sie Merz' Aussagen, um das Bild eines erfolgreichen und innovativen China zu fördern. Auch das ist Wissenschaft. Wenn auch keine gute.

Der Index sinkt. Die Erzählung steigt. Die Psyche wird dazwischen zerrieben.

Wessen Wellbeing zählt — und wessen wird gezählt?

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