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Bayer schluckt Monsanto – das Korn hat neue Herren

8. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Zwei Namen wie Gewitter. Bayer. Monsanto. Beide stehen auf Äckern, die ich kenne. Beide verkaufen, was mein Vater noch selbst vermehrte. Sie dominieren den Markt für herbizid-resistente Pflanzen und die Patente im Saatgut. Wenn diese zwei sich vereinen, fragt sich nicht mehr der Bauer, was er sät. Es fragt sich die Kanzlei.

Bayer hat sich vorbereitet. Teile des eigenen Sortiments sollen verkauft werden, damit Brüssel die Übernahme genehmigt. Gelassen zeigt man sich gegenüber den Auflagen der EU. Das ist keine Schwäche. Das ist Strategie. Wer so auftritt, hat seine Karten bereits gelegt.

Die EU-Kommission ist besorgt. Zu Recht. Eine zu große Marktdominanz nach der Fusion – insbesondere bei Anti-Unkrautmitteln und Genpflanzen – würde den Wettbewerb nicht beengen. Sie würde ihn begraben. Mit ihm die Preise, die ein Bauer noch selbst mitbestimmen kann.

Daneben laufen neue Verfahren. Genomeditierung. In manchen Ländern darf sie vermarktet werden, ohne strenge Regulierung. Was dort wächst, kennt keine Grenze. Die EU-Kommission hat geringe Verunreinigung nicht zugelassener GVO in Futtermitteln erlaubt. Umweltorganisationen nennen das rechtswidrig. Sie sagen: im Interesse der Agrarindustrie.

Die EU hat strenge Regeln für Zulassung und Kennzeichnung gentechnisch veränderter Pflanzen. Derzeit ist nur der MON810-Mais zum Anbau zugelassen. Eine einzige Zahl. Wer sich erinnert, wie viele Sorten ein Hof früher trug, versteht, was diese Zahl wiegt.

Es bleibt die Sorge, dass neue Regelungen Großunternehmen bevorzugen und kleine Landwirtschaften benachteiligen. Wer das Saatgut kontrolliert, kontrolliert die Ernte. Wer die Ernte kontrolliert, kontrolliert den Teller. Unklar bleibt, wessen Handschrift am Ende auf dem Gesetz steht.

Was bleibt? Der Acker. Solange er uns gehört.

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