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Das Erbe von Monsanto – Bayers Roundup-Rechnung

9. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Wer erntet, was gesät wurde. Die Saat hieß Monsanto, die Ernte trägt Bayers Namen, und das Unkraut wuchert bis heute durch jede Bilanz. Seit der Übernahme 2016 – von vielen Beobachtern als eine der schlechtesten Unternehmensfusionen der Geschichte bewertet – zieht sich die Roundup-Spur durch Gerichte, Aktionärsversammlungen, Agrarpolitik.

Monsanto baute ein Geschäft, simpel wie tödlich: glyphosatresistente Pflanzen, Roundup-ready Saatgut, das den Markt für glyphosathaltige Herbizide erst schuf und dann erweiterte. Die Abhängigkeit der Bauern von diesen Herbiziden und Saatgutmarken wuchs. Eine Kette, an der jedes Glied Geld verdiente – nur nicht jener, der sie tragen musste.

Bayer sitzt nun in jedem Knoten. Die rechtlichen Auseinandersetzungen haben die finanzielle und reputative Stabilität des Konzerns erheblich beeinträchtigt. Die juristischen Herausforderungen umfassen Bedenken zur Bindung von Klägern außerhalb Missouris und zur Verwaltung zukünftiger Ansprüche. Was bleibt, sind Verfahren, Vergleiche – und der Geruch einer Industrie, die ihre eigenen Risiken externalisiert.

Parallel: Monsanto zog Anträge für weitere gentechnisch veränderte Produkte zurück. Politischer Stillstand, fehlende Entscheidungen der Behörden. In Europa formiert sich die politische Widerstandshaltung gegen GVO zum bedeutenden Hindernis jeder Einführung. Wo die Straße misstraut, blockt die Bürokratie – oder die Industrie kapituliert leise.

Venezuela zeigt, wohin der Weg führen kann: Protestbewegungen und Organisationen wie Via Campesina haben wesentlich zum Erfolg der Anti-GVO-Gesetzgebung beigetragen. Monsanto lernte dort, was es anderswo nie lernen musste – dass ein Feld auch Territorium ist.

Offen bleibt, wer wirklich profitierte. Die Akten reden. Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu.

Was bleibt: Erde, die sich erinnert.

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