Die Pipeline der Heuchelei: Wie Berlin den Brand schürt, der uns den Hahn zudreht
Jemand in Berlin nennt das Verantwortung. Jemand am Persischen Golf nennt es Aggression. Beides kostet uns Sprit.
Die deutsche Politik gegenüber Israel trägt das Gewicht von Auschwitz und die Bequemlichkeit von Regierungsbänken. Man kniet vor der Erinnerung und steht nicht auf, wenn dieselben Partner den nächsten Krieg anzetteln. Die Frage steht im Raum: Wann wird Erinnerung zur Beihilfe? Wenn die US-israelische Aggression gegen den Iran die Karten neu mischt, sitzt Berlin nicht am Tisch. Es steht im Flur und nickt.
Ungarn spielt derweil seine eigene Karte. Innenpolitische Manöver in Budapest untergraben die Geschlossenheit der EU. Eine Stimme weniger, die sich querstellt gegen Eskalation. Wer profitiert? Die Konzerne, die ohnehin liefern wollen, wohin der Rubel rollt.
Und dann die Rechnung. Ein Iran-Krieg bedeutet Energieknappheit. Die EU braucht eine Million Fass Rohöl am Tag zusätzlich, 1,1 Millionen Tonnen Ölprodukte. Das Ölembargo tut sein Übriges. Die Preisobergrenze von 60 Dollar soll Russland treffen — ob Moskau sich daran hält, weiß kein Mensch. Was sicher ist: Die Preise an der Zapfsäule steigen, bevor irgendwer „Geopolitik" buchstabieren kann.
Europa hat seine Diesel-Lieferanten diversifiziert. Klingt nach Vorsicht. Ist auch ein Zeichen, dass die Abhängigkeit von russischem Diesel brennt. Die US-Sanktionen haben den Markt verknappt. Die globalen Dieselpreise ziehen an. Logik eines Marktes, der keine Schuld kennt, nur Knappheit.
Ich hab Ölfelder gesehen. Ich hab gesehen, wie das schwarze Gold durch Rohre fließt und in den Taschen einiger weniger versickert. Was ich jetzt sehe: Diesel-Politik als Außenpolitik. Heuchelei mit historischem Mäntelchen.
Wer zahlt? Der Arbeiter an der Tankstelle. Wer verdient? Die, die schon sitzen.
Unklar bleibt, wer in den deutschen Entscheidungsstuben tatsächlich auf die Bremse tritt — ob beim Schulterschluss mit aggressiver Außenpolitik oder bei der Energieversorgung, die daran hängt.