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98 Leitlinien, 9 Prozent: Wem nützt die FDA-Generika-Welle?

9. Juli 2026 — — — Dr. L. Rath

98 Produkte. So viele PSGs — Product-Specific Guidances — hat die FDA aktualisiert, um komplexe und nicht-komplexe Generika durchzuwinken: veränderte Wirkstofffreisetzung, transdermale Systeme, der ganze Apothekerschrank der kleinen Tricks. Das Versprechen heißt Vorhersagbarkeit. Die regulatorische Belastung soll sinken. Wer sie bezahlt, sagt das Bulletin nicht.

Die Aktualisierung steht im Einklang mit dem Versprechen der Trump-Regierung, den Zugang zu Medikamenten zu beschleunigen. Beschleunigen. Ein schönes Wort, wenn man es ausspricht, ohne die Zunge zu zeigen. Die FDA lockert die Anforderungen für neue Medikamente — und bleibt bei Impfstoffen strenger. Die Auswahl ist keine Wissenschaft, sie ist ein Vorhang. Hinter ihm steht derjenige, der an der Geschwindigkeit verdient.

Der Act von 2026 klärt unterdessen die Orphan-Drug-Exclusivity: Blockaden bei derselben Indikation werden beschnitten, die Unsicherheit aus der Catalyst-Entscheidung soll schwinden. Schön für die Antragsteller. Wer die Voucher aus dem PRV-Programm — Priority Review Voucher — bekommt, bekommt einen vorrangigen Prüfungs-Sitzplatz. Diese Voucher haben erheblichen Marktwert. Marktwert. Auch ein schönes Wort.

Mehr als die Hälfte der in den USA vertriebenen Arzneimittel wird im Ausland produziert. Neun Prozent der Wirkstoffhersteller sitzen im Inland. Die FDA will die nationale Sicherheit und den Patientenzugang verbessern, indem sie die inländische Produktion fördert. Wann? Mit welchem Geld? Welcher Aufsichtsrat nickt ab, während 91 Prozent der Wirkstoffe aus Übersee kommen?

Offen bleibt, welche Konzerne in den 98 Produkten ihre Finger haben, welche Studien unveröffentlicht in Schubladen liegen, und wem die Tinte gehört, mit der die Leitlinien geschrieben werden. Die Antwort steht nicht im FDA-Bulletin. Sie steht in den Geschäftsberichten, die niemand liest — und in den Aufsichtsräten, deren Namen kein Patient kennt.

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