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Saatgut unter dem Hammer — Dänemarks Druck auf die Deregulierung

9. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Die Ratspräsidentschaft in Kopenhagen drückt. Sie drückt auf ein Gesetz, das niemand voll ausspricht. Deregulierung klingt nach Frühling. Nach Lichtung. Auf dem Acker sieht das anders aus. Da sieht es nach Monsanto aus. Nach Bayer. Nach einem Konzern, der den Samen kauft, das Korn und am Ende den, der isst.

Deutschland hat das Verbot auf der korrekten Rechtsgrundlage aufrechterhalten — eine Mauer, die hält, während der Meißel oben angesetzt wird. Solange der Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen in Deutschland und Europa verboten bleibt, begrenzt das die unmittelbare Auswirkung auf den heimischen Markt. Doch was heißt schon unmittelbar, wenn die Saat für die nächste Saison anderswo gezüchtet wird?

Die Übernahme von Monsanto durch Bayer wurde unter strengen Auflagen genehmigt. Auflagen sind Papiere. Papiere verrotten in der Erde, die sie nicht schmecken. Verschafft der Deal Bayer eine monopolistische Marktposition, rückt die globale Landwirtschaft näher an die Abhängigkeit von wenigen Konzernen — weiter weg von jedem Bauern, der noch selbst sät.

Neue Züchtungstechniken könnten Bayerns Bauern von der Nutzung bestimmten Saatguts ausschließen. Hier beginnen die Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit der Saatgutressourcen. Wer das Korn besitzt, besitzt das Land. Wer das Land besitzt, besitzt die Politik.

Unklar bleibt, wer in den Verhandlungen nachgibt. Klar ist: In Berlin streiten das Agrar- und das Umweltministerium über ein Patentverbot auf Saatgut. Die einen wollen den Boden freigeben. Die anderen die Linie halten.

Österreich hat 1999 den Anbau von Monsantos Gen-Mais MON810 verboten — als Vorreiter in der EU. Wien hat gezeigt, dass Verbot geht. Die Frage ist nur, warum Kopenhagen jetzt den Spaten hergibt.

Es bleibt der Acker. Schwarz. Offen. Wartend auf eine Politik, die nicht mehr von seinem Wert redet, sondern von seinem Preis.

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