DAS GRÜNE LÜGENGEWÄNDE DER FOSSILEN LOBBY
Die Erde schreibt mit. Ich übersetze — diesmal ein Dokument der Scham.
Hinter dem Schleier aus Bäumen und Zertifikaten pulsiert ein altes Herz: Die fossile Lobby hat überlebt, was alle Klimakonferenzen nicht beendet haben. Ihre Waffe ist nicht mehr der Leugner-Zynismus. Sie trägt jetzt Samthandschuhe. Sie pflanzt Bäume. Sie druckt Zertifikate. Sie spricht von Verantwortung.
Während die deutsche Energiepolitik sich in Sonntagsreden über Wasserstoff und Windrad-Quoten verheddert, bleibt das Fundament morsch. Die Umstellung auf erneuerbare Energien kostet Geld — ja. Aber nicht weil die Sonne teuer ist, sondern weil das Netz, das wir von der Kohle geerbt haben, nicht dafür gebaut wurde, Strom aus tausend Quellen zu schlucken. Die Kosten sind der Preis für ein kaputtes Erbe.
Der Emissionshandel, einst als marktwirtschaftliche Wunderwaffe gefeiert, ist heute ein Basar. Firmen kaufen und verkaufen Zertifikate — flexibel, sagt man. Ich sage: bequem. Wer zahlt, darf weiter dreckigen Strom ins Netz drücken. Wer knausert, verkauft sein Verschmutzungsrecht. Das ist kein Markt. Das ist Almosenökonomie.
Und die Wälder. Unternehmen pflanzen weltweit Bäume, oft in Ländern ihrer Haupt- oder Nebenstandorte, brav mit lokalen Helfern. Das klingt nach Buße. Aber wer pflegt sie in zwanzig Jahren? Wer garantiert, dass sie nicht als Feuerholz enden, wenn die Bilanzpresse wegschaut? Die langfristige Pflege ist mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Die Wirksamkeit von CO₂-Zertifikaten? Ebenso.
CO₂-Zertifikate sind Chamäleons. Sie decken Waldschutz ab, Energieeffizienz, Methan-Vermeidung — alles auf einem Papier, das nach Verantwortung riecht. I-RECs konzentrieren sich auf erneuerbare Stromerzeugung — klingt sauber. Doch sie garantieren nicht, dass der verbrauchte Strom tatsächlich erneuerbar ist. Im Netz vermischen sich die Quellen wie Fusel in einer schlechten Bar. Du trinkst Wasser, bezahlst für Wein. Die Rechnung sagt: alles grün.
Wer profitiert? Die Konzerne, die sich ihre Bilanz schönschreiben lassen. Wer verschweigt? Jeder Vorstand, der in Mozambique einen Baum pflanzt, während sein Werk in Deutschland die Transformatoren heißlaufen lässt. Welche Struktur es trägt? Eine Politik, die sich mit Symbolen abspeisen lässt — weil der echte Kampf zu unbequem wäre.
Unklar bleibt, wie tief die fossilen Strippen in die deutsche Energiepolitik reichen.
Schwerkraft kennt keinen Kompromiss.