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Die Kommission pflanzt — die Felder zahlen

9. Juli 2026 — — — Ida Feuerbach

Europa redet von Planbarkeit. Schön. Ich frage: wessen Planbarkeit?

Brüssel will die regelmäßigen Neuzulassungen für Pestizide abschaffen — es sei denn, die Wissenschaft spricht dagegen. Die Worte „es sei denn" sind die Tür, durch die das Gift in die nächste Saison kriecht. Der Ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel — SCOPAFF — soll beraten und bewerten. Das klingt nach Demokratie. Es riecht nach Verzögerung.

Die Bewertungsgruppe für Glyphosat, AGG: Frankreich, Ungarn, Niederlande, Schweden. Vier Länder prüfen die Akten. Die Akten stammen von der Glyphosate Renewal Group — ein Zusammenschluss von Unternehmen, darunter Bayer. Wer den Antrag stellt, der bestimmt, was geprüft wird. Wer den Acker pflügt, bestimmt nicht, was auf ihm wächst.

Der Peer-Review-Bericht liegt vor. Der endgültige Bericht über die Neubewertung von Glyphosat liegt vor. Die EFSA konnte keine eindeutigen Schlussfolgerungen über die Risiken für die Artenvielfalt ziehen. Keine eindeutigen — das heißt nicht: unbedenklich. Das heißt: wir wissen es nicht. Und was wir nicht wissen, spritzen wir trotzdem.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft kritisiert die Entscheidung der Kommission und passt die nationale Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung an, um die Biodiversität zu schützen. Eine Behörde, die sich gegen Brüssel stellt, damit Bienen weiter fliegen. Das ist keine Heldentat. Das ist das Minimum.

Die Biotech-Branche soll leichter an Finanzierung kommen. Schön für die Bilanzen. Was bleibt auf dem Feld? Eine Pflanze, die nicht mehr weiß, wozu sie wächst. Ein Boden, der nicht mehr weiß, was er trägt.

Wer sitzt im SCOPAFF, wenn die Türen sich schließen? Welche Wissenschaftler schreiben den Peer-Review — und wer bezahlt sie? Was hat die AGG übersehen, weil sie übersehen wollte? Unklar bleibt, welche Interessen zwischen Antrag und Genehmigung wandern.

Ich bin Ida Feuerbach. Die Felder reden. Die Städte hören nicht zu. Was bleibt, ist das Schweigen nach der Ernte.

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