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Wer dreht den Hahn zu? Offshore-Wind — Markt oder Sabotage?

9. Juli 2026 — — — Hollis

Ich habe an Pipelines gearbeitet. Ich weiß, wie ein Konzern reagiert, wenn seine Pfründe wackeln. Er dreht nicht selbst den Hahn zu. Er sorgt dafür, dass es sich nicht lohnt, ihn aufzudrehen.

Die letzten beiden Auktionen für Offshore-Windparks endeten ohne Gebote. Null. Kein einziger Investor hat den Stift gezückt. Die offizielle Lesart: hohe Baukosten, unsichere Gesetzgebung, schwankende Strompreise. Alles richtig. Alles unvollständig.

Die wahren Fragen liegen dahinter. Wer profitiert, wenn kein Windrad ins Meer kommt? Wer schweigt, wenn die Energiewende ins Stocken gerät? Welche Struktur sorgt dafür, dass Projekte nicht wirtschaftlich sind — genau so, dass niemand haftbar gemacht werden kann?

Die aktuellen gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen schrecken Investoren ab. Das ist kein Zufall. Das ist Design. Die Auktionen sind so gebaut, dass der Bieter allein das Risiko trägt. Steigen die Zinsen, der Stahl, fällt der Strompreis — der Investor blutet. Der Staat schaut zu.

Branchenvertreter fordern deshalb Contracts for Difference. CfD. Ein Differenzvertrag. Der Staat garantiert einen festen Preis, die Differenz zum Marktpreis wird ausgeglichen. Das nimmt das unkalkulierbare Risiko raus. Klingt nach Planwirtschaft. Ist aber der einzige Weg, private Milliarden in die Nordsee zu locken. CfDs könnten helfen, finanzielle Risiken zu minimieren und Investitionen zu fördern.

Reformen, längere Stromverträge, neue Gesetze — alles seit Jahren auf dem Tisch. Passiert ist wenig. Wer blockiert? Öl- und Gaskonzerne, die ihre Offshore-Logistik, ihre Schiffe, ihre Häfen weiter nutzen wollen. Die müssen nichts sagen. Sie müssen nur warten. Die Angst vor unkalkulierbaren Kosten treibt jeden Investor vom Tisch, bevor der Hammer fällt.

Und dann die Schicht, über die niemand gern spricht: Es besteht die Sorge, dass staatliche Akteure Offshore-Windparks angreifen könnten, um die Energiewende zu behindern. Klingt nach Paranoia. Ist offene Flanke. Ein Seekabel durchtrennt, eine Steueranlage kompromittiert, ein Wartungsschiff behindert — und Millionen liegen brach. Experten und Start-up-Gründer betonen die Notwendigkeit staatlicher Verantwortung und innovativer Schutzmaßnahmen. Wer beschützt die Infrastruktur, wenn der Feind nicht am Horizont, sondern im Kabel sitzt?

Unklar bleibt, welche Akteure konkret gemeint sind. Unklar bleibt, warum der Schutz nicht längst Chefsache ist. Klar ist: Solange der Rahmen Investoren in die Flucht schlägt, braucht es keinen Saboteur aus Fleisch und Blut. Der Markt sabotiert sich selbst. Jeden Tag. Mit jeder Auktion, die leer ausgeht.

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