Blackjack: Wer hält künftig die Karten im Orbit?
Drei Stellen, ein Programm, und niemand sagt klar, wer am Ende die Hand hält. DARPA hat Blackjack einst als kühne Wette aufgelegt: Kleinsatelliten in niedrigen Erdumlaufbahnen, proliferiert, vernetzt, getragen von kommerzieller Technik und autonomen Systemen. 75 Millionen Dollar standen 2021 im Buch. Das Ziel: beweisen, dass Schwärme jene verwundbaren Hochwertesysteme ablösen können, von denen das Pentagon noch immer zu viele betreibt.
Doch das Spiel hat sich verschoben. Die Space Force soll übernehmen, heißt es aus den Korridoren. Die Army? Ihr Platz bleibt unausgewiesen — unklar, ob sie Mitspieler wird oder Zuschauer bleibt. Verschwommenheit ist in Washington ein bewährtes Werkzeug.
Die Karten liegen längst offen. Die Space Development Agency baut parallel eigene Konstellationen auf. Der Transport Layer, das Joint All Domain Command and Control Netzwerk — sie alle brauchen optische inter-satellitäre Links. Blackjack testet genau diese Technik. Doppelte Architektur, doppelte Rechnung, doppelter Hebel auf jene, die später entscheiden, wessen Standard sich durchsetzt.
Telesat Government Solutions, ein US-Unternehmen, entwickelt zwei Satelliten, deren Technik später in die kommerzielle Lightspeed-Konstellation fließen soll. Öffentliche Mittel, privater Orbit. Die Linien lösen sich auf, leise, in den Verträgen.
DARPA räumt Verzögerungen ein. Die Erkenntnisse würden künftige LEO-Programme informieren, sagt man. Wer das hört, versteht: Das Programm lebt vom Versprechen. Die Space Force übernimmt eine offene Wette. Wer sie bezahlt, wenn sie nicht aufgeht, steht in keinem Memo.