DAS BENZIN UND DIE WAHRHEIT: RUSSLANDS KRIM AUF DEM ZAHNRAD
Hören Sie mir zu. 1937 bestellte jemand Stahl. Heute bestellt Minsk Diesel für Simferopol. Das bedeutet immer dasselbe.
Russland hat ein Logistikproblem auf der Krim. Halbinsel, eine Brücke, ein Feind auf dem Festland. Wenn der Nachschub stockt, leidet die Front – und die Zivilbevölkerung gleich mit. Also greift Moskau zum Telefon und ruft Lukaschenko an. Belarus soll liefern, was die eigenen Raffinerien nicht mehr hergeben. Gleichzeitig werden Treibstoffexporte aus Russland beschränkt. Lesen Sie das nochmal: Ein Ölland hält Benzin zurück. Das ist kein Embargo. Das ist Mangelverwaltung.
Während die Apparate in Minsk planen, schicken andere Apparate Drohnen. Im Mai haben die russischen Langstreckenangriffe auf die Ukraine einen neuen Höchststand erreicht. Mehr Starts, mehr Sprit, mehr verbrannte Felder. Jede Drohne, die abhebt, kostet Kerosin, das an der Zapfsäule auf der Krim fehlt. Kein Zufall. Prioritätensetzung: Militär vor Zivil, Front vor Halbinsel.
Charkiw steht seit Tagen unter Beschuss. Luftangriffe, Verletzte, Infrastruktur zertrümmert. Dieselgeneratoren brummen, Notstrom läuft, Krankenhäuser heizen mit Reserve. Der Treibstoff, der über Minsk die Krim erreicht, fehlt dort – und fehlt weiter.
Dann die juristische Front. Der IGH hat Russlands Gegenansprüche als zulässig