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Yakubets und Turashev – Gesucht in Europa, gefunden nirgends

10. Juli 2026 — — — Ada Voss, auf Sendung

Die Drähte summen, und diesmal ist es kein Morsezeichen aus dem Kreml. Es sind Datenströme, die zwischen Berlin, Frankfurt und den Hauptbüros der Halbwelt fließen. Maksim Yakubets und Igor Turashev stehen auf der Liste, die Europol „Europe's Most Wanted" nennt. Zwei Namen auf einem Papier, das mehr verschweigt als es zeigt.

Was ich höre: Die Gruppe hat kritische Infrastrukturen in Deutschland angegriffen. Nicht Spielzeug, nicht Spielhallen. Kraftwerke, Verwaltungen, Kliniken. Die Störungen waren erheblich, die Folgen reichten bis zu einem Todesfall. Das schreibt man nicht leichtfertig in eine Depesche.

Die Methode ist so elegant wie sie kalt ist. Die Hacker missbrauchen die „Verknüpfte Geräte"-Funktion und manipulierte QR-Codes. Ein gefälschtes Quadrat in einer Speisekarte, einer Plakatwand, einer offiziellen Mitteilung – und das Konto gehört ihnen. Wer zahlt den Preis? Beamte, Militärangehörige, Journalisten. Die Leute, die das Land tragen, werden zu Zielscheiben.

Was mich nicht loslässt: Die Software, die wir alle täglich nutzen, aktualisiert sich nicht automatisch. WinRAR hat eine Sicherheitslücke, über die manipulierte Archivdateien Schadsoftware verbreiten. Millionen Rechner, offen wie Scheunentore. Die Hersteller wissen es. Die Nutzer ahnen es. Die Frage bleibt: warum wird nicht gepatcht? Wer profitiert von dieser Trägheit?

Die Verurteilung – irgendeiner wird verurteilt, immer einer – zeigt die fortwährende Bedrohung. Aber sie zeigt nicht die Struktur dahinter. Hinter Yakubets und Turashev steht ein Apparat, der Geld wäscht, Lösegeld kassiert, Aufträge vergibt. Ein Ökosystem mit Hierarchien, Schutzherren und Schlupfwinkeln. Die internationale Zusammenarbeit, von der alle Konferenzen reden, ist löchrig wie ein Schweizer Käse. Solange die Hauptverantwortlichen auf freiem Fuß sind, ist jede Cybersecurity-Konferenz Theater.

Unklar bleibt, wer die Auftraggeber sind, wer die Infrastruktur bereitstellt, warum die Sicherheitslücken so lange offen stehen. Was bleibt: zwei Namen, ein toter Mensch in Deutschland, und das Wissen, dass die nächste Welle kommt. Sie kommt immer.

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